Über dem Eingangsportal sitzt ein Wappen mit der Jahreszahl 1793: die Signatur von Bischof Francesco Vanni, einem Theatiner, der das Bistum von 1789 bis 1803 leitete und damit eine zwei Jahrhunderte zuvor begonnene Baustelle abschloss. Die Anlage des Palasts geht auf Francesco Gonzaga zurück, einen Franziskaner, von 1587 bis 1593 Bischof von Cefalù; Vanni brachte sie zu Ende und gab dem Gebäude die Form eines herrschaftlichen Palasts des 18. Jahrhunderts, so wie er heute dasteht. Der Bischofssitz ist so alt wie das Bistum selbst, das 1131 auf Bitten Rogers II. wiederhergestellt wurde.
Sehenswertes
Das Beste ist der Innenhof, auf den drei Fassaden blicken. Den Takt geben die Balkone mit ihren Rahmen aus Tuffstein, deren Bekrönungen abwechseln: einmal ein Dreiecksgiebel, dann ein Bogen, und so weiter über alle drei Seiten. Die vierte Seite, die mit dem Portal, ist ein niedriger Trakt mit Dachterrasse und stellt die Verbindung zum benachbarten Priesterseminar her, das Gonzaga selbst gegründet hat. Ein in jüngerer Zeit aufgesetztes Stockwerk hat das Ganze schwerer gemacht; wer nach oben schaut, merkt es.
Im Inneren führen die Rundgänge der Kathedrale durch einige Säle des Palasts, darunter die Bischofskapelle und den Sansoni-Saal mit seiner Deckenmalerei, und streifen den Kapitelsaal, in dem das Diözesanmuseum den Domschatz zeigt: über hundert Stücke, Silberarbeiten, Gewänder und liturgisches Gerät. Der Kanoniker-Kreuzgang beschließt den Rundgang.
Der Besuch
Der Palast steht an einer Seite der Piazza del Duomo und lässt sich nicht für sich allein besichtigen: Er ist die Residenz des Bischofs, und seine Räume sieht man nur innerhalb der Rundgänge der Kathedrale, die in Vereinbarung mit dem Bistum angeboten werden. Der vollständigste, der rote, verbindet Türme und Dächer der Südseite der Basilika, Sakristei, Diözesanmuseum, Palast mit Kapelle und Kreuzgang; der grüne lässt die Türme aus und bleibt im Museumsbereich. Die Karten gibt es am Eingang der Basilika, sie kosten um die zehn Euro; für die lange Runde braucht man gut eine Stunde, enge Treppen inbegriffen. Die Kathedrale gehört seit 2015 mit den übrigen arabisch-normannischen Bauten zum UNESCO-Welterbe.
Tipp der Redaktion
Wir nehmen den roten Rundgang am späten Nachmittag, wenn das flache Licht auf den Dächern den Felsen der Rocca gegen den Himmel absetzt und die Hitze vorbei ist. Und bevor wir gehen, kehren wir in den Hof zurück: Fast alle queren ihn mit Blick geradeaus, während das Schöne über den Köpfen liegt, in dieser Reihe von Balkonen, deren Bekrönung in jeder Achse wechselt.
