Die Patronin von Avola ist die heilige Venera, gefeiert am letzten Julisonntag, und die Kirche, die ihren Namen trägt, gehört zu den liebsten des Ortes. Man weiß wenig über sie, und das Wenige ist unsicher: Der Name ist die lateinische Form von Parasceve, unter dem sie die orthodoxe Kirche verehrt, und ein zwischen 1369 und 1372 vom Venezianer Pietro de' Natali verfasster Heiligenkatalog nennt sie eine im 2. Jahrhundert in Gallien geborene Jungfrau, in Rom zur Zeit des Antoninus Pius gemartert. Ihr Gedenktag, einst der 14. November, wurde in der Ausgabe von 2004 aus dem Römischen Martyrologium gestrichen, weil die Gestalt historisch kaum haltbar ist; die Verehrung dagegen ist in vielen Orten Italiens lebendig geblieben, und Avola ist einer davon.
Der Kalender des Ortes kennt zwei weitere wichtige Tage: das Fest des heiligen Sebastian am zweiten Maisonntag und das des heiligen Josef am 19. März. Die Stadt, in der sie stattfinden, ist jung im Vergleich zu ihrer Heiligen: Nach dem Erdbeben vom 9. und 11. Januar 1693 wurde Avola weiter unten, zum Meer hin, neu errichtet, auf Geheiß des Fürsten Nicolò Pignatelli Aragona und nach einem Entwurf des Jesuiten Angelo Italia, mit dem sechseckigen Grundriss, den es bis heute hat.
