🖼️ Museen

Eloro

📍 Noto, Sizilien · 53/100

Nach den keramischen Funden entstand Eloro (griechisch Έλωρος) am Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. und war damit die erste Tochtergründung von Syrakus. Die Stadt lag auf einem 20 Meter hohen Hügel rund 8 Kilometer südöstlich von Noto, unweit der Mündung des Tellaro, und war mit der Stadt am Arethusa-Quell durch die alte Via Elorina verbunden, die Thukydides mehrfach erwähnt. 493 v. Chr. siegte hier Hippokrates von Gela über die Syrakusaner, 413 v. Chr. fand ganz in der Nähe die Schlacht am Assinaros zwischen Athenern und Syrakusanern statt. 263 v. Chr. fiel Eloro an Hieron II., 214 v. Chr. wurde es Claudius Marcellus übergeben und 71 v. Chr. von Gaius Verres ausgeplündert. Nach einer Blütezeit in byzantinischer Zeit wurde die Siedlung während der arabischen Eroberung endgültig zerstört.

Sehenswertes

Von der Anlage ist der Mauerring aus großen Quadern erhalten, im 6. Jahrhundert v. Chr. angelegt, im 5. erneuert und in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. noch einmal umgebaut. Im Südosten ragt der Torre Stampace auf, den Blasco Alagona 1353 im Auftrag Peters von Aragón auf den Resten jener Festung errichten ließ, die Plinius der Ältere im 1. Jahrhundert n. Chr. erwähnt. Außerhalb der Mauern entstand im 6. Jahrhundert v. Chr. das Heiligtum der Demeter und der Kore; seine Weihegaben werden heute im Archäologischen Museum von Noto aufbewahrt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. verlegte man den Kult in die Stadt, in einen kleinen Antentempel, den eine dorische Stoa mit drei Flügeln und zwei Schiffen umgab. Die Halle war an die Agora angeschlossen, von der die in den Fels gehauenen Regenwasserzisternen erhalten sind. Zu den Sakralbauten zählt außerdem ein Heiligtum des 4. Jahrhunderts v. Chr., vielleicht dem Asklepios geweiht, mit einem Säulenhof, in dem die Kranken schliefen und die im Traum angekündigte Heilung erwarteten, daneben ein kleiner thesauròs für die Votivgaben. An den Südhängen des Hügels liegen die Sitzstufen des griechischen Theaters vom Ende des 4. und Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr., das in den dreißiger Jahren von einem Kanal angeschnitten wurde. Im Nordwesten steht die Colonna Pizzuta, ein Grabmal aus Kalksteintrommeln von rund 10 Metern Höhe und 3,80 Metern Durchmesser, nahe einem Hypogäum des 3. Jahrhunderts v. Chr., das Paolo Orsi 1899 entdeckte. Auf der Felsterrasse im Norden liegen die vier Nekropolen der Stadt.

Der Besuch

Das Grabungsgelände grenzt an das Naturreservat Vendicari, entlang dessen sich noch Abschnitte des Pflasters der Via Elorina verfolgen lassen. Das staatliche Areal ist seit Jahren geschlossen, weil Aufsichtspersonal und Sicherheitsstandards fehlen — ein Zustand, der den Besuch schwierig macht und dazu geführt hat, dass die Umzäunung beschädigt wurde.

Tipp der Redaktion

Im Archäologischen Museum von Noto siehst du die originalen Weihegaben aus dem archaischen Heiligtum der Demeter und der Kore. Sie ordnen die Funde von Eloro historisch ein, auch wenn der direkte Zugang zu den Ruinen weiter eingeschränkt bleibt.

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