🖼️ Museen

castello Eurialo

📍 Siracusa, Sizilien · 119/100

Zwischen 402 und 397 v. Chr. auf Befehl von Dionysios I., dem Tyrannen von Syrakus, errichtet, erhebt sich das Castello Eurialo auf 120 Metern Höhe auf der Terrasse der Epipolai, etwa 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Sein Name leitet sich vom griechischen Eurúalos ab (von eurús, breit, und hálōs, Tenne zum Worfeln) und stellt eines der komplexesten Militärbauwerke der Antike dar, entworfen, um die Stadt vor etwaigen Belagerungen zu schützen.

Sehenswertes

Die Verteidigungsanlage ist für ihr System von Gräben und Gängen berühmt. Der Eingang ist durch vier Gräben geschützt: Der dritte, 17 Meter breit und 9 Meter tief, war über eine Zugbrücke auf der Südseite überwindbar und mit einem dichten unterirdischen Netz verbunden. Der trapezförmige Bergfried war in griechischer Zeit vom Pentapylon überragt, einer Struktur mit fünf quadratischen Türmen von etwa 15 Metern Höhe, die als Plattformen für die Katapulte dienten; von hier stammen die löwenköpfigen Wasserspeier des 4. Jahrhunderts v. Chr., die heute im Museum Paolo Orsi in Syrakus aufbewahrt werden. Im Osten befindet sich das Trypilon-Tor, auch Zangentor genannt, eingefügt in eine etwa 5 Meter dicke Ringmauer, die mit den dionysischen Mauern verbunden ist. Dieser Eingang war durch zwei Trennmauern geschützt, die entworfen waren, um die direkten Angriffe der Rammböcke zu verhindern. Die unterirdischen Gänge erlaubten es den Truppen, sich zu bewegen, ohne von außen gesehen zu werden, und über verschiedene blinde Durchgänge überraschende Ausfälle zu unternehmen.

Der Besuch

Neben der Erkundung der Gräben und Wehrgänge umfasst der Besuch das Antiquarium des Ortes, das am 30. September 2016 nach der durch das Erdbeben von 1990 bedingten Schließung eröffnet wurde. In seinem Inneren sind in der Festung gefundene Kriegsstücke ausgestellt, darunter ein Schwert, ein Helm und steinerne Katapultkugeln. Die Gänge, die man während des Rundgangs durchschreitet, wurden 1941, während des Zweiten Weltkriegs, genutzt, um die Funde des archäologischen Museums vor den Bombardierungen zu schützen, die auf dem Rücken von Maultieren an den Ort gebracht wurden. Es steht auch eine multimediale Unterstützung auf der Plattform Izi.Travel zur Verfügung.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie aufmerksam die Nordseite der Burg: Die Gräben wurden so ausgehoben, dass sie für jemanden, der sich von weitem nähert, nicht sichtbar sind, eine bauliche Wahl, die dazu gedacht war, die feindlichen Soldaten direkt unter den Schuss der Wachen fallen zu lassen.

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