In dieser Kirche am Domplatz von Ortygia hängt die Grablegung der heiligen Lucia von Caravaggio: jenes Bild, das der Maler 1608 in Syrakus schuf, auf der Flucht, nachdem er in Rom einen Mann getötet hatte und aus Malta entkommen war. Es ist das erste Werk seines sizilianischen Exils und steht in der Stadt jener Heiligen, die es zeigt.
Sehenswertes
Die Leinwand ist riesig und fast leer: Die Gestalten stehen unten, an den unteren Rand gedrückt, und über ihnen liegt eine Wand aus Nichts, die zwei Drittel des Bildes einnimmt. Im Vordergrund graben zwei von hinten gesehene Totengräber die Grube, mit schweren Leibern und nackten Armen, und die Heilige liegt am Boden, klein, inmitten von Zuschauenden.
Die Kirche wurde zwischen dem Ende des siebzehnten und dem Beginn des achtzehnten Jahrhunderts neu errichtet, nachdem das Erdbeben von 1693 das hier stehende Kloster des fünfzehnten Jahrhunderts zerstört hatte: Die Arbeiten betrieb die Äbtissin der Zisterzienserinnen. Die barocke Front mit gedrehten Säulen und Balkon schließt eine Seite des Platzes.
Der Besuch
Die Kirche steht an der Piazza Duomo, im Herzen von Ortygia; Eintritt gegen Spende oder Karte für das Bild, begrenzte Zeiten und mögliche Schließungen, also am selben Tag nachfragen. Eine halbe Stunde.
Tipp der Redaktion
Messen Sie mit den Augen, wie viel leerer Raum über den Figuren liegt. Jahrhundertelang galt das als Fehler, als unausgewogenes Bild; in Wahrheit ist jene lastende Wand ebenso Gegenstand wie die Szene und drückt die Gestalten nach unten, wie es die Trauer tut. Sehen Sie es von weitem an, dann von nahem: Es verändert sich zweimal.
