⛪ Kirchen und Heiligtümer

Duomo di Montalcino

📍 Montalcino, Toskana · 55/100

Am 13. August 1462 erhob Papst Pius II. die alte romanische Pieve aus dem 11. Jahrhundert, die dem Allerheiligsten Erlöser geweiht war, zur Kathedrale. Dieser erste Bau wurde ab 1817 vollständig abgetragen, um der heutigen klassizistischen Konkathedrale von Montalcino Platz zu machen: Sie stammt vom sienesischen Architekten Agostino Fantastici und wurde am 24. April 1864 von Bischof Giovanni Bindi Sergardi geweiht. Zum italienischen Nationaldenkmal erklärt, ist die Kirche seit 1986 Konkathedrale des Erzbistums Siena-Colle di Val d'Elsa-Montalcino.

Sehenswertes

Von außen beherrscht der Bau den Platz im ältesten Kern von Montalcino: Vor der Fassade steht eine hohe Vorhalle auf sechs ionischen Ziegelsäulen mit Marmorkapitellen. Links erhebt sich der Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert, der den Abriss des romanischen Vorgängerbaus überstanden hat. Das Innere folgt einem klassizistischen Schema mit drei Schiffen, getrennt durch ionische Kolonnaden aus je vier Säulen, und einem Grundriss mit doppeltem Querhaus. Im östlichen Querhaus, dicht an der Innenfassade, hängen die Tafel der Unbefleckten Empfängnis mit Jesus und Gottvater (1588) und der Johannes der Täufer in der Wüste, beide von Francesco Vanni. Im Hauptschiff stehen die Gipsstatuen des Erzengels Michael und des Evangelisten Johannes, die Antonio Rossi 1842 schuf. In der Taufkapelle werden das 1933 von Egesto Bellini aus Travertin gemeißelte Taufbecken und die Fragmente der alten romanischen Lünette aus dem 11. Jahrhundert bewahrt, die Christus in der Mandorla mit zwei Engeln zeigen. Im Presbyterium fällt der monumentale Hochaltar auf, den Agostino Fantastici zwischen 1828 und 1832 entwarf; daneben steht die hölzerne Kathedra des 16. und 17. Jahrhunderts, und in der Apsis schließt das Chorgestühl aus dem 19. Jahrhundert den Raum ab. Im linken Arm des westlichen Querhauses steht die Orgel, die Nicomede Agati 1858 baute (opus 453). Zu den Werken in der Sakristei und in der Kapelle des Suffragio zählen Gemälde der sienesischen Schule des 16. Jahrhunderts und die Himmelfahrt Mariens von Francesco Nasini aus dem Jahr 1647.

Der Besuch

Die Konkathedrale erreichst du über den gleichnamigen Platz im historischen Zentrum von Montalcino. Drinnen kannst du frei den klassizistischen Saal ansehen, die Seitenkapellen für den heiligen Josef und die Madonna, die Taufkapelle mit den romanischen Funden aus dem 11. Jahrhundert und den Presbyteriumsbereich mit dem monumentalen Altar und der Bischofskathedra.

Tipp der Redaktion

In der Taufkapelle am Anfang des linken Seitenschiffs solltest du dich nicht mit dem modernen Taufbecken begnügen: An der linken Wand liegen die Fragmente der ursprünglichen romanischen Lünette aus dem 11. Jahrhundert, das einzige erhaltene Bildwerk der im 19. Jahrhundert abgerissenen alten Pieve.

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