⛪ Kirchen und Heiligtümer

pieve di San Giovanni Battista

📍 Montalcino, Toskana · 55/100

An der Hauptpiazza von San Giovanni d'Asso, einem Ortsteil von Montalcino in den Crete Senesi, steht die Pieve di San Giovanni Battista, die Pfarrkirche des Dorfes. Gebaut wurde sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts, als die Familie Petroni die Burg von San Giovanni d'Asso kaufte, und 1323 geweiht; 1492 löste sie San Pietro in Villore als Pfarrkirche ab, und 1539 wurde sie zur Pieve, mit eigenem Taufbecken.

1639 bauten die Pannilini, die den Petroni im Patronat gefolgt waren, sie so gründlich um, dass sie am 5. Juni desselben Jahres neu geweiht wurde; weitere Arbeiten folgten 1879. Der radikalste Eingriff bleibt aber der von 1973, nach einem Entwurf von Costantino Ruggeri und Luigi Leoni: Die schwarz-weißen Streifen an den Innenwänden verschwanden, und es entstand der neue Altarraum, den Bischof Renato Spallanzani am 1. Januar 1974 weihte.

Sehenswertes

Die Giebelfassade aus Backstein, von drei Steinbändern durchzogen, fasst Portal und rundes Rosenfenster zusammen; am Ende des Schiffs erhebt sich der Glockengiebel mit zwei Glocken. Innen ein einziger Saal, drei Joche, getrennt durch zwei Rundbögen, ohne Apsis. Im ersten Joch links steht das Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert, im zweiten hängen ein bemaltes Holzkruzifix und die Madonna vom Rosenkranz, die Girolamo Cerretelli zugeschrieben wird und aus den 1610er Jahren stammt.

Das ungewöhnlichste Stück sitzt über dem Sitz aus Pietra Serena: der Altaraufsatz des 18. Jahrhunderts mit einem zweitürigen Schrank, in dem die Reliquien von dreißig Heiligen verwahrt werden, darunter der Apostel Petrus, Katharina von Siena und Johannes der Evangelist; darüber eine Taufe Jesu aus der Schule des Rutilio Manetti. Rechts hat sich der alte Tabernakel aus bemaltem Holz erhalten.

Der Besuch

Die Kirche ist schnell umrundet, doch beim jüngsten Neuzugang lohnt sich das Verweilen: Seit 2025 steht hier eine Orgel von Dargassies-Gonzales aus dem Jahr 1990, gebaut für ein Privathaus in Paris und vom Orgelbauer Enrico Barsanti hierher gebracht. Sie hat 19 Register auf zwei Manualen und Pedal, komplett im Schwellkasten, und sie hat die Pinchi-Orgel opus 337 abgelöst, die zwischen 2016 und 2018 hier stand.

Tipp der Redaktion

Wenn du dir das Datum aussuchen kannst, nimm den Samstag vor dem Weißen Sonntag, gleich nach Ostern: Dann wird das Fest des «scricchio» gefeiert. Der Reliquienschrank aus dem 17. Jahrhundert, gestiftet von Kardinal Riccardo Petroni, wird geöffnet, per Los fällt die Wahl auf den Heiligen, dessen Reliquie am nächsten Tag durch das Dorf getragen wird, und beim Schließen der Türen gilt das Knarren des Holzes als gutes Omen für die Ernte des Jahres. Im Rest des Jahres verbinde die Pieve mit San Pietro in Villore, der alten Pfarrkirche, die diese Kirche 1492 ersetzte.

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