Malles Venosta

Provinz: Bozen — Südtirol · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 5.086 · PLZ: 39024

Der Name kommt vom vorrömischen Stamm mal-, «Anhöhe», und der zuerst besiedelte Platz ist die Hochfläche von Malettes oberhalb des heutigen Ortes. Auf dem Tartscher Bühel liegt die rätische Schicht dick: 1953 kam bei Grabungen für die Bewässerung eine zwölf Zentimeter lange Hirschhornspitze zutage, mit einer Inschrift, die übersetzt lautet «lavisel weiht riviselchu», also das Horn selbst; nach 1999 legten Ausgrabungen die Reste eines rätischen Hauses frei und lassen auf eine Siedlung von mindestens achtzig Häusern schließen. Hier verlief auch die römische via Claudia Augusta.

Wappen und Markt kamen aus derselben Hand, am selben Tag: am dreizehnten Januar 1642 verlieh Claudia de' Medici, Regentin von Tirol, Mals das Wappen — oben die Farben Österreichs, unten die Kugeln der Medici — und das Recht auf zwei Jahrmärkte, den Georgimarkt am dreiundzwanzigsten April und den Gollimarkt am sechzehnten Oktober. Die Gemeinde ist eine der vier in Italien, die an zwei ausländische Staaten grenzen, und die einzige der vier, die keinen Dreiländerpunkt erreicht. In der Kirche auf dem Tartscher Bühel steht ein spätgotischer Altar des Ivo Strigel aus Memmingen: 1958 gestohlen, kehrte er 2011 zurück.

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