Einen halben Kilometer vom Dorf entfernt, neben dem Friedhof, steht eine kleine Kirche, die dank eines Ohrrings ein genaues Datum hat. Die Grabungen von 1985 und 1987 haben gezeigt, dass die Prokuluskirche auf den Resten eines frühmittelalterlichen Hauses steht, das ein Brand zerstörte, und in der Asche fand sich ein Körbchenohrring, der den Brand in das erste Viertel des siebten Jahrhunderts setzt. Die Kirche selbst wurde zwischen dem achten und dem neunten Jahrhundert als Raststation am Vinschgauer Weg gebaut, der Straße, die die Schweiz mit Italien verbindet; dieselben Grabungen brachten einen Pestfriedhof des siebzehnten Jahrhunderts ans Licht.
Drinnen liegt das Kostbarste: ein karolingischer Zyklus von Wandmalereien des neunten Jahrhunderts, mit Szenen aus dem Leben des heiligen Prokulus, flach in der Linie und leuchtend in der Farbe, nahe den Buchmalereien von Kremsmünster und Salzburg. Es sind keine Fresken, auch wenn man sie so nennt. In ganz Europa sind nur sehr wenige karolingische Wandmalereien erhalten, und fast alle liegen in diesem Alpenstück: hier, in Mals und, jenseits der Grenze, im Val Müstair; außen hat die Kirche dagegen einen Zyklus des dreizehnten Jahrhunderts. Über dem Dorf laufen die Waale, die alten Bewässerungsrinnen aus Lärchenbrettern, mit Eisenankern am Fels befestigt, für deren Instandhaltung es einen eigenen Beruf gab, die Waaler. Im 1966 verliehenen Wappen steht ein goldenes Dreieck, übernommen von den Herren von Nals, die bis 1380 hier lebten.