Moena

Provinz: Trient · Region: Trentino-Südtirol · Einwohner: 2.690 · PLZ: 38035

Mitten im Dorf steht das Standbild eines osmanischen Janitscharen. Die Überlieferung will, dass er bei der Belagerung Wiens von 1683 verwundet wurde, dass er hier heraufgeriet, sich in eine Frau des Ortes verliebte und eine Familie gründete; und jedes Jahr, vom neunzehnten bis zum einundzwanzigsten August, widmet ihm Moena ein Fest, das La Turchia heißt. Es ist ein ladinisches Dorf: bei der letzten Zählung, die danach fragte, gaben drei von vier Einwohnern Ladinisch als Muttersprache an, und Moena ist eine der achtzehn Gemeinden Ladiniens und eine der sechs des Comun General de Fascia. Doch es ist auch eine der elf der Magnifica Comunità di Fiemme, die ein anderes Tal und eine andere Gemeinschaft ist: bis in die zwanziger Jahre hieß es Moena di Fiemme, und zu Fiemme gehört es noch immer.

Das Wappen, 1929 anerkannt, zeigt einen Fährmann, der sein Boot mit einer langen Stange stakt und von der Nacht zum Tag fährt — ein sonderbares Bild für ein Dorf, das auf zwölfhundert Metern mitten in den Dolomiten liegt. Der Name ist weniger sonderbar: er kommt von einem Wort der venetischen und ladinischen Mundarten für Krume, vom lateinischen Wort für weich, und meint hier weichen, sumpfigen Boden. Die erste Erwähnung stammt von 1164 und ist die Weihe der Kirche San Vigilio durch den Bischof von Trient; die Überlieferung, Moena habe vor jenem Datum zu Brixen gehört, findet, so die Quelle, in den Urkunden keinen Rückhalt. Auch die Sprache zeichnen hier die alten Grenzen: Forno, unten an der Avisio, war bis 1928 eine eigene Gemeinde und spricht noch immer eine trentinische Mundart, nicht das Ladinische des übrigen Gemeindegebiets. Und aus Moena stammte Domenico Chiocchetti, der im Zweiten Weltkrieg die Italienische Kapelle auf den Orkney-Inseln ausmalte.

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