Die Gemeinde ist neu, der Name aber alt: sie entstand am ersten Januar 2016 aus der Fusion von Nanno, Tassullo und Tuenno und heißt so, weil im neunzehnten Jahrhundert jene Dörfergruppe le Ville genannt wurde und zur Pfarrei von Tassullo gehörte. Das Wappen vereint in einem einzigen Schild die Wappen der drei früheren Gemeinden. Bei der Volkszählung von 2021 erklärten achthundertsechsundsechzig Einwohner, mehr als achtzehn Prozent, sich der ladinischen Sprachgruppe zugehörig.
Im Gemeindegebiet liegt das Val di Tovel und am Talschluss der See, den man den roten nannte: bis 1964 färbte sich sein Wasser in den heißesten Monaten rot, durch die Blüte einer Alge, der Tovellia sanguinea. Dann hörte es auf, und warum, wurde erst mit den ab 2001 begonnenen Untersuchungen klar: die Rotfärbung hing an der organischen Fracht, Stickstoff und Phosphor, die von den ringsum weidenden Herden in den See gelangte; als sich die Almwirtschaft änderte und die Schafherden fast ganz verschwanden, hörte die Alge auf zu blühen. Die erste Nachricht vom roten Wasser brachte der englische Forschungsreisende Douglas Freshfield, der 1864 heraufkam; die ortsansässigen Autoren des frühen neunzehnten Jahrhunderts erwähnen die Farbe überhaupt nicht und loben stattdessen die Saiblinge, die man dort fing.
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