Am Fuß des Felsens von Orvieto bauten die Etrusker eine Stadt für die Toten, mit schachbrettartigen Straßen und regelmäßigen Blöcken, wie man die Stadt der Lebenden baute. Es sind mehr als zweihundert Gräber, alle Kammergräber und fast alle gleich groß, drei Meter auf zwei: keine großen Hügel für die Mächtigen wie in Cerveteri, sondern Reihen gleicher Häuser.
Sehenswertes
Jedes Grab besteht aus Tuffblöcken, und man steigt über drei Stufen hinein. An der Rückwand und an einer Seite laufen die Bänke, auf denen Körper oder Asche niedergelegt wurden; das Dach ist ein Satteldach aus Blöcken, die immer weiter zur Mitte vorkragen. Es ist kein echtes Gewölbe: Zusammengehalten wurde es von der Erde, die darüber aufgeschüttet war.
In den Türsturz wurde der Name des Toten und seiner Familie eingeschnitten, und diese Inschriften sind noch zu lesen. Über der Decke standen Male, deren Form das Geschlecht des Bestatteten anzeigte, doch welche Form für wen galt, wissen wir nicht mehr. Die Beigaben enthielten Bronzen, Buccherokeramik, attische Vasen in Schwarz- und Rotfigur, Lanzen und Bratspieße für die Männer, Schmuck für die Frauen.
Der Besuch
Die Nekropole liegt unter dem Felsen, an der Straße, die um die Stadt führt, und ist auch zu Fuß über den Abstieg von der Porta Maggiore erreichbar; Eintritt mit Karte, die Zeiten wechseln mit der Jahreszeit, und der Boden ist uneben. Eine Stunde.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie eine Gräberstraße entlang und lesen Sie die Namen auf den Stürzen, einen nach dem anderen, auf Augenhöhe: Es ist die Liste der Bewohner einer verschwundenen Stadt, an die Haustür geschrieben. Sehen Sie dann die Gräber an: Sie sind alle gleich. Das ist das Erstaunlichste an diesem Ort, und mit Archäologie hat es nichts zu tun.
