Val di Zoldo

Provinz: Belluno · Region: Venetien · Einwohner: 3.464 · PLZ: 32012

Die Gemeinde ist neu — sie entstand am dreiundzwanzigsten Februar 2016 aus dem Zusammenschluss von Forno di Zoldo und Zoldo Alto, einen Monat zuvor in einem Referendum mit fast fünfundachtzig Prozent der Stimmen gebilligt —, doch dieser Zusammenschluss fügte wieder zusammen, was schon einmal eines gewesen war. Das Tal wurde 1224 als Gemeinschaft anerkannt, als es das Recht erhielt, über zwei Konsuln im Adelsrat von Belluno zu sitzen; verwaltet wurde es von zehn Regole, die schon 1371 genannt werden, und das höchste Amt war der Capitano, den derselbe Rat jedes Jahr bestimmte. Geteilt in zwei Gemeinden wurde es durch die napoleonische Neuordnung von 1807, und die zweite der beiden nannte sich erst 1890 Zoldo Alto. Der Name dagegen ist uralt: er erscheint 1031 als Çaudes, als Kaiser Konrad der Zweite dem Bischof von Belluno den Besitz des Gebiets zuerkannte, 1161 von Friedrich Barbarossa bestätigt.

Das alte Handwerk steht in einem Museum: in Forno, im Palast des Capitaniato, liegt das Museum des Eisens und des Nagels. Das neue hat die Zoldaner weit gebracht, denn die Wirtschaft des Tals ruht neben dem Winter- und Sommertourismus auf handwerklichem Speiseeis, das die Einheimischen in ihren über Deutschland und das übrige Mitteleuropa verstreuten Läden herstellen. Literarischen Ruhm brachte dagegen Marco e Mattio, der Roman, den Sebastiano Vassalli 1992 veröffentlichte: er erzählt von Mattio Lovat, dem Sohn des Schusters von Zoldo, dessen Wahnsinn zwischen dem Ende des achtzehnten und dem Beginn des neunzehnten Jahrhunderts einer der ersten klinischen Fälle der italienischen Psychiatrie war. Vassalli ist Ehrenbürger der Gemeinde.

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