Brenzone sul Garda hat kein Zentrum und keine Peripherie: es besteht aus sechzehn kleinen Ortsteilen zwischen dem Seeufer und dem Massiv des Monte Baldo, und das Rathaus steht in Magugnano, das etwa dreihundert Einwohner hat. Die Ortsteile am Ufer — Assenza, Porto, Magugnano, Marniga, Castelletto — bleiben getrennt, bilden aber faktisch ein einziges langgezogenes Dorf, während dazwischen ganze Gebiete fast unberührt bleiben; und neben den Ortsteilen gibt es Dutzende von Weilern mit vier oder fünf Häusern, viele mit einem Namen, der mit Ca' beginnt, also Haus, gefolgt von einem Familiennamen. Der äußerste Fall ist Campo: ein zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts verlassener Weiler, heute von einer einzigen Familie bewohnt, noch immer nur über einen Saumpfad erreichbar, der seinen mittelalterlichen Grundriss bewahrt hat, mit der kleinen Kirche San Pietro in Vincoli, der Burg und dem Bach, der ihn durchquert.
Über die Herkunft des Namens wird seit Jahrhunderten gestritten. 1790 schrieb der örtliche Arzt und Historiker Domenico Marocchi, er komme von der Familie Brenzoni, die in Castello wohnte: die Bauern der Umgebung sagten, wenn sie ihren Anteil an der Ernte brachten, «gehen wir zu den Brenzoni», und daraus sei der Name entstanden. Im selben Dokument vermerkt Marocchi, die öffentlichen Schriften der Gemeinde seien verbrannt worden, «aus Unachtsamkeit, und von den Franzosen zweimal»: die Papiere also, die hätten antworten können, gab es nicht mehr. Heute hält man das Gegenteil für richtig, dass nämlich die Familie ihren Namen vom Lehen nahm — ein Zweig der Rangoni aus Modena wurde zu Brenzone. Das letzte Wort über den Namen hatten jedenfalls die Einwohner: im Referendum vom 9. Februar 2014 entschieden sich rund siebzig Prozent der Abstimmenden dafür, «sul Garda» hinzuzufügen.