Die Bauarbeiten begannen 1187 und endeten um 1198, nach einem Entwurf zweier Architekten aus Muro Lucano, Luigi und Ruggero Sarolo, mitfinanziert von der Bevölkerung und genehmigt von Leopardus, dem Bischof von Minervino. Das Santuario della Gloriosa, das in Montemilone fast alle Santuario della Madonna del Bosco nennen, gehört zu den ältesten der Basilikata: Die Basilianermönche wollten es so, sie wählten für ihre Niederlassungen Flussufer oder Anhöhen und setzten diese Kirche über die alte Grotte des Oratoriums von Casale di San Lorenzo, auf rund 400 Meter Höhe, im sogenannten Valle dei Greci.
Sehenswertes
Die Fassade folgt mit ihrem Dachprofil den drei Schiffen, in der Mitte höher, an den Seiten niedriger. Sie bleibt schmucklos bis auf den kleinen Glockenturm, die achteckige Fensterrose und das Steinportal unter einem in die Mauer geschnittenen Spitzbogen. Die geschlossenen, massigen Formen sind romanisch, der Grundriss dagegen ist der klassische östliche, und byzantinische Gewohnheiten scheinen unter dem romanischen Formenapparat durch.
Im Inneren teilen sechs Pfeiler auf quadratischem Grund den Raum in drei Schiffe, das mittlere breiter, und tragen vier Rundbögen; die Kapitelle sind nicht mehr als vorspringende, abgeschrägte Platten. Der Chor liegt erhöht und trug einst einen Altar aus einer großen Steinplatte auf einem viereckigen Block. Drei halbrunde Apsiden schließen den Bau ab. Von den Malereien, die die Wände einmal vollständig bedeckten, ist nichts geblieben: Eine Restaurierung von 1955 hat sie getilgt.
Der Besuch
Das Heiligtum liegt zwei Kilometer vom Ort entfernt und wird über die Straße erreicht, durch Eichenwälder: Wer ankommt, sieht es von oben über das Tal herrschen. An der linken Seite zieht sich die Einsiedelei entlang, früher auch Gästehaus: gegründet von den Mönchen des heiligen Basilius, 1361 an die Minderbrüder übergegangen, und zwischen 1728 und 1820 sind hier die Eremiten von Santa Maria della Rigliosa belegt, wohl einheimische Mönche nach byzantinischem Brauch. Kirche und Einsiedelei brauchten zuletzt beide Eingriffe an der Statik.
Tipp der Redaktion
Wenn Sie wegen der hölzernen Madonna del Bosco kommen: Hier steht sie nur während des Patronatsfestes. Das übrige Jahr wird sie in der Kirche Santo Stefano im Ort verwahrt und nur für die Festtage heraufgetragen. Planen Sie danach, und bleiben Sie vor dem Eintreten kurz auf dem Vorplatz stehen - von dort versteht man, warum die Basilianer genau diese Stelle gewählt haben.
