⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Assunta

📍 Montemilone, Basilikata · 42/100

Jahrzehntelang suchte, wer diese Tür aufstieß, ein Buch und keinen Altar. Zwischen dem späten siebzehnten und dem frühen achtzehnten Jahrhundert als Kirche des Purgatorio errichtet, war sie der Ort, an dem die Einwohner von Montemilone den heiligen Philipp Neri und die Madonna del Carmine verehrten; 1959 wurde sie dann, nach dem Abbruch des Glockenturms, verkauft und ging der Pfarrei verloren. Bis 2014 war hier die Gemeindebibliothek untergebracht. Erst seit jenem Jahr ist sie wieder eine Kirche, unter neuem Patrozinium: Madonna Assunta.

Sehenswertes

Das Erste, worauf man schauen sollte, ist das, was fehlt. Der Glockenturm fiel 1959, und seither wirkt der Bau wie ein niedriger, kompakter Block, ohne das senkrechte Zeichen, das eine Kirche sonst von weitem erkennbar macht: In Montemilone muss man diese hier suchen, mit erhobenem Blick findet man sie nicht.

Der doppelte Name erzählt den Rest. Kirche des Purgatorio, solange hier Messe gelesen wurde, mit ihren zwei Andachten; Kirche Santa Maria Assunta seit 2014, als die Bücher auszogen und das Gebäude die Aufgabe zurückbekam, für die es drei Jahrhunderte zuvor errichtet worden war. Wenige Kirchen haben ein so junges Wiedereröffnungsdatum.

Der Besuch

Das ist eine genutzte Kirche, kein Museum: Öffnungszeiten hängen nicht aus, die besten Chancen auf eine offene Tür bieten Sonntage und Gottesdienstzeiten. Prunk erwartet Sie drinnen nicht. Der Bau hat den Abbruch des Glockenturms, den Verkauf und Jahrzehnte ziviler Nutzung hinter sich, und was heute zu sehen ist, geht auf die Rückgabe an den Kult von 2014 zurück, nicht auf ein unversehrtes Interieur des siebzehnten Jahrhunderts. Den Ortskern von Montemilone geht man in einer halben Stunde ab; diese Kirche ist eine von vier im Ort, neben der Mutterkirche Santo Stefano, der Kirche der Immacolata Concezione von 1890 und dem zwei Kilometer außerhalb gelegenen Heiligtum della Gloriosa.

Tipp der Redaktion

Beenden Sie den Rundgang am alten Rathaus, dem Gebäude aus dem achtzehnten bis neunzehnten Jahrhundert, in dem heute die Gemeindebibliothek «Annita Stingone», das historische Archiv und das MARTE, das Museo della Terra di Montemilone, mit seiner «Zeitmaschine» liegen: Dort haben die Bücher nach 2014 ein Zuhause gefunden. Auf dem Platz davor steht der Uhrturm, ein Werk des Ingenieurs Pomodoro aus Molfetta, eingeweiht am 14. März 1882: fünfunddreißig Meter, genau die Art von Zeichen, das man dieser Kirche genommen hat.

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