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viadotto Platano

📍 Vietri di Potenza, Basilikata · 49/100

Der Bach Platano fließt rund 220 Meter unter der Fahrbahn. Der Viadukt, der seinen Namen trägt, überquert die Schlucht genau auf der Grenze zwischen Basilikata und Kampanien, zwischen Vietri di Potenza und Romagnano al Monte, und ist die dritthöchste Brücke Italiens. 1978 dem Verkehr übergeben, ist sie außerdem die zweithöchste Schrägstielbrücke der Welt: über ihr steht nur der Sfalassà-Viadukt, der die Handschrift derselben beiden Ingenieure trägt, Silvano Zorzi und Sabatino Procaccia.

Sehenswertes

Die stampella des italienischen Namens ist der geneigte Stiel. Hier sind es zwei, aus Stahl, die sich gegen die Pfeiler aus Stahlbeton stemmen und mit ihnen einen Zweigelenkrahmen bilden; dazwischen überspannt der stählerne Kastenträger rund 291 Meter, während die Vorlandbrücken aus Stahlbeton oder Spannbeton bestehen. Insgesamt misst das Bauwerk etwa 630 Meter und trägt die beiden Fahrbahnen der Zubringerautobahn RA 5, die Potenza mit der Autobahn A2 verbindet.

Wie sie errichtet wurde, lässt sich an der Form noch ablesen. Ein Stiel wurde senkrecht aufgebaut, Abschnitt für Abschnitt, und dann über die Schlucht gekippt; der andere kam fertig vorgefertigt aus dem Werk und wurde bis ans Ende des Bauwerks hinunter in die Schlucht gezogen. Das Mittelfeld entstand in kurzen Abschnitten mit fahrbaren Kranen, die Kästen wurden an beiden Enden vor Ort zusammengesetzt, bis sie sich in der Mitte trafen. In den siebziger und achtziger Jahren griffen italienische Ingenieure mehrfach zu diesem Verfahren: beim Sfalassà, beim Rago, beim Cadore.

Der Besuch

Sie ist kein Denkmal, sondern eine Autobahnbrücke im Betrieb, im Eigentum der ANAS, und man fährt in wenigen Sekunden darüber, auf der Verbindung von Sicignano degli Alburni nach Potenza. Auf dem Gebiet von Vietri di Potenza läuft die Straße von der Anschlussstelle Vietri-Balvano bis zum Viadukt selbst, der die Grenze zu Romagnano al Monte in der Provinz Salerno markiert. Zwischen 2020 und 2021 wurden am Bauwerk Instandsetzungs- und Schutzarbeiten am Beton ausgeführt.

Tipp der Redaktion

Von der Brücke aus sieht man die Brücke nicht: bei der Überfahrt merkt man nichts von dem, was einen trägt. Wer sie verstehen will, muss von unten schauen, von der Seite des Platano her, denn der Zweigelenkrahmen erschließt sich nur aus der Schlucht: erst dort hören die 220 Meter auf, eine bloße Zahl zu sein. Und wer einmal nach Kalabrien hinunterfährt: der Vergleich mit dem Sfalassà drängt sich auf, der einzigen Brücke dieser Bauart, die höher steht.

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