Tresignana

Provinz: Ferrara · Region: Emilia-Romagna · Einwohner: 7.364 · PLZ: 44039

Die Gemeinde entstand am ersten Januar 2019 aus der Fusion von Tresigallo, das ihr Sitz ist, und Formignana; das neue Wappen kam erst mit einem Dekret von 2024, danach ins staatliche Wappenbuch eingetragen — fast sechs Jahre für einen Schild. Der Name des Hauptortes sagt dagegen wohl, wo er liegt: von transcalem, also jenseits des Damms, denn jahrhundertelang blieb dieses Gebiet hinter dem Erdwall eingeschlossen, der westlich der Ortschaft bis zum Po hinunterlief, mit den valli und den Sümpfen ringsum. In den Statuten von Ferrara von 1287 erscheint Tresigallo als ein Weiler weniger Häuser in einer von weiten Sümpfen umgebenen Gegend; seine Pieve ist seit dem elften Jahrhundert bezeugt, und die Weihe an den heiligen Apollinaris verrät einen Ursprung im Zusammenhang mit dem Exarchat von Ravenna. Um nach Ferrara zu fahren, nahm man bis etwa 1906 auf dem Damm des Volano eine einspännige Postkutsche mit sechs Plätzen, pünktlich jeden Montag und Freitag, die dreieinhalb Stunden brauchte; einige Jahre lang gab es auch die Möglichkeit, zwei Kilometer bis zur Schleuse von Valpagliaro zu gehen und das Dampfboot Graziella zu besteigen, das ebenso lange brauchte.

Die bemerkenswerteste Geschichte ist jedoch die eines einzelnen Mannes, von der Quelle in zwei Abschnitten erzählt. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wuchs hier mit der großen Ferrareser Trockenlegung die Tagelöhnerschaft stark an, und sie fand einen großen Organisator in einem blutjungen gebürtigen Tresigalleser, Edmondo Rossoni. Jahre später war Rossoni Minister, und ab 1930 wurde der Ort auf seinen Antrieb hin vollständig mit rationalistischer Architektur neu erbaut, wie man es damals mit den Gründungsstädten tat: die Nachsanatoriumskolonie, das Hotel Domus Tua, das Haus des Fascio, die öffentlichen Bäder, das Hotel Italia, die Piazza Repubblica. Deshalb ist Tresigallo die einzige Gründungsstadt, die als Kunststadt anerkannt ist, und wegen der Geometrien und Farben jener Bauten nennt man sie die metaphysische Stadt. Älter als all das steht der Palazzo Pio, im sechzehnten Jahrhundert mit seinem Turm von den Faruffini errichtet und im folgenden Jahrhundert nach Kardinal Carlo Pio umbenannt. Und eine Einzelheit, die man behalten sollte: im dreizehnten Jahrhundert war der Erzpriester der Pieve Giovanni da Gaibana, der danach der hochberühmte Kalligraph des Doms von Padua wurde.

🍝 Die Küche von Tresignana

Alles, was man in Tresignana isst →

Brot und Focaccia IGP

Coppia Ferrarese Brot mit Mittelknoten und vier Hörnern, Schmalz und Sauerteig

Mehl, Schmalz, Öl und Sauerteig, ein weicher Knoten in der Mitte und vier dünne Hörner: die Coppia Ferrarese trägt seit 2001 die geschützte geografische Angabe.

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