Borgonovo ist nicht gewachsen: es wurde entworfen. Im Jahr 1196 gründete die guelfische Kommune Piacenza hier eine neue Siedlung, um das untere Tidone-Tal gegen die Absichten von Bobbio und Pavia zu verteidigen, und tat es am Reißbrett: rechteckiger Grundriss, parallele und rechtwinklig kreuzende Straßen, Mauern, nur zwei Tore — eines im Norden, eines im Süden — und ein tiefer Graben, den man im Krieg mit Wasser füllte. Der Name sagt genau das: neuer Ort. Fertig wurde er nicht: nach drei Jahren zerstörten ihn die Milizen von Pavia. Die Konsuln von Piacenza bauten ihn wieder auf und setzten diesmal auch eine Burg an die Nordseite. Im Jahr 1215 kamen die Pavesen zurück, und die Burg hielt. Als 1438 der Lehnsherr starb, wurde das Gebiet unter drei Herren aufgeteilt, und die Burg fiel dem Condottiere Niccolò Piccinino zu; dann machte Francesco Sforza daraus eine Grafschaft und gab sie 1451 seinem Sohn als Mitgift, der eine Dal Verme geheiratet hatte: ein Lehen, geschaffen, um ein Bündnis zu kaufen.
Die Burg blieb jahrhundertelang in privater Hand, auch nachdem Napoleon den Markgrafen, denen sie gehörte, das Lehen genommen hatte. Die Gemeinde kaufte sie erst 1875 und brachte darin das Rathaus und das Amtsgericht unter; in derselben Zeit wurden die Mauern des Ortes vollständig niedergelegt und durch Ringstraßen ersetzt, sodass vom Entwurf von 1196 heute die rechtwinkligen Straßen bleiben, aber nicht die Umfassung. Im Jahr 2015 bat der Gemeinderat die Region, die Fusion mit der Nachbargemeinde Ziano Piacentino einzuleiten: beim Referendum im Jahr darauf gewann in Borgonovo das Ja und in Ziano das Nein, und Zianos Nein hielt alles auf. Von hier stammen schließlich zwei denkbar entfernte Handwerke: in der Fraktion Bilegno wurde der Geigenbauer Giovanni Battista Guadagnini geboren, und im Ort Ettore Boiardi, der Koch, der in den Vereinigten Staaten zu einer Marke für Fertigsaucen wurde.