Vigolzone

Provinz: Piacenza · Region: Emilia-Romagna · Einwohner: 4.268 · PLZ: 29020

Der Name wäre nach einer alten Deutung Vicus Ulzionis, das Dorf der Rache: in der Flur Sant'Angelo soll Hannibal nach dem Sieg an der Trebbia, im Jahr zweihundertachtzehn vor Christus, die römischen Zenturien endgültig zersprengt haben, und daher käme der Name. In den Urkunden erscheint der Ort im Jahr 830 als Vicus Ussoni. Die erste Burg begann 1095 Lantelmo Confalonieri, Hauptmann der piacentinischen Milizen im Heiligen Land, kaum dass er zum Vasallen des Bischofs erhoben war; 1242 nahm und zerstörte sie König Enzio, und von ihr blieb nur der Stumpf eines Turms. Die Burg, die man heute sieht, stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert, errichtet vom Edelmann Bernardo Anguissola, mit rechteckigem Grundriss und einem vierzig Meter hohen Bergfried: sie nahmen Ludovico il Moro 1483 und, im Jahr 1521, die französischen Dragoner des Generals Lautrec.

Das Merkwürdigste der Gemeinde aber ist ein mittelalterlicher Ort, der nicht mittelalterlich ist. Im Jahr 1395 erlaubte der Herzog von Mailand Gian Galeazzo Visconti seiner Schwester Beatrice, der Frau des Piacentiners Giovanni Anguissola, sich eine Burg zu bauen: es ist die Burg von Grazzano, die bis in die siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts bei den Anguissola blieb und dann an die Visconti di Modrone kam. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ließ Graf Giuseppe Visconti di Modrone, der Vater des Regisseurs Luchino, sie restaurieren und rings um sie einen ganzen befestigten Ort neu errichten, im neomittelalterlichen Stil, entworfen vom Architekten Alfredo Campanini. Von hier kommt auch die Form der piacentinischen Tortelli: der Überlieferung nach nannte bei einem Besuch Petrarcas bei seinem Freund Bernardone Anguissola der Haushofmeister die runden «Spuren einer Schafherde» und verlangte elegantere; die Köchinnen erfanden den geflochtenen Zopf.

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