Der Ort trägt den Namen eines Baches, den man nicht mehr sieht: des rio Vergaro, eines Zuflusses der Trebbia, der den Ort durchquert, dessen Lauf aber, einst offen, fast ganz verrohrt worden ist. Aus rio Vergaro wurde Rivalgario, dann Rivalegario, schließlich Rivergaro. Auch andere Namen zählen hier Dinge auf, die es nicht mehr gibt: an der Römerstraße lagen Posten und Poststationen, und zwei Ortsteile heißen noch Ottavello und Niviano, also achte und neunte Meile. Der Platz diente dazu, den Eingang des Trebbiatals zu überwachen, das der Weg zum Meer ist, und das erklärt das Übrige: vom elften Jahrhundert an waren die Burgen ringsum — Montechiaro, Ancarano und am anderen Ufer Pigazzano und Rezzanello — die Zuflucht der Ghibellinen, sooft in Piacenza die Guelfen das Sagen hatten.
Gegen jene Fehden wurde eigens ein Amt erfunden. Als das Piacentiner Land zum Herzogtum Mailand kam, richteten die Visconti den capitano del divieto ein: einen Dritten, außerhalb der Streitigkeiten der örtlichen Adelsfamilien gewählt, der die Abgaben einzog, die öffentliche Ordnung hielt und jene bestrafte, die unberechtigt bewaffnet umhergingen oder Waren heimlich ausführten. Es half wenig: die Scharmützel endeten erst 1548, als das ganze Gebiet an die Anguissola-Scotti kam, die sich im achtzehnten Jahrhundert die Villa auf den Fundamenten der Burg bauen ließen. Der Hauptplatz ist nach Paolo benannt, also nach dem Partisanenhauptmann Alberto Araldi, im Februar 1945 von den Faschisten gefangen und in Piacenza erschossen; und es ist derselbe Platz, den die Trebbia überschwemmt, wenn sie austritt, wie 1908, 1953 und in einer Septembernacht des Jahres 2015.
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