Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet sonniges Land, Stadt der Sonne; der Zusatz Ionica ist dagegen bürokratisch und jung, ein königliches Dekret Viktor Emanuels II. vom 26. März 1863, das sie von Gioiosa Marea auf Sizilien unterscheiden sollte. Im Tal des Torbido, der damals teilweise schiffbar war, zwischen den griechischen Städten Caulonia und Locri, lag das antike Mystia; geblieben sind davon das Theater, das noch heute für Aufführungen genutzt wird, und der Naniglio, in einer Gegend, die einst li Bagni hieß. 986 zerstörten die Sarazenen die Stadt, und die wenigen Überlebenden zogen eine Meile landeinwärts, auf einen unzugänglichen Felssporn, wo sie Mocta Geliosa gründeten: Vom Meer bis zum Ort bauten sie eine Kette von Türmen, einen je Meile, um einander die Ankunft des Feindes rechtzeitig zu melden.
Jahrhundertelang hatte der Ort keinerlei Selbständigkeit: Über ihn übte das benachbarte Grotteria die territoriale, politische, verwaltungsmäßige, gerichtliche, steuerliche und sogar kirchliche Gerichtsbarkeit aus. Ganz sein Eigen ist dagegen die Art, den heiligen Rochus zu feiern, dreimal im Jahr: am 27. Januar in schlichter Form, wegen des Wunders vom Schwitzen der Statue; am 16. August ohne Prozession; und am letzten Augustsonntag mit Tausenden von Menschen. Dann findet der ballo di San Rocco statt, ein gemeinsamer Tanz im Takt von Trommeln, Tamburinen und Handharmonikas, der die Prozession vom Morgengrauen bis kurz vor Sonnenuntergang begleitet und der in der Nacht zuvor durch die Straßen zieht und nach Mitternacht zur Wallfahrtskirche zurückkehrt.