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Teatro di San Carlo

📍 Napoli, Kampanien · 79/100

Das Real Teatro di San Carlo wurde von Giovanni Antonio Medrano und Angelo Carasale für etwa dreitausend Plätze gebaut und 1737 am Namenstag des Königs eingeweiht, von dem es seinen Namen bekam. Es ist das älteste noch bespielte Opernhaus der Welt: Es kommt einundvierzig Jahre vor der Mailänder Scala und fünfundfünfzig vor der Fenice in Venedig. Anfangs gab es hier nur Opera seria; die komische Oper lief in anderen Häusern der Stadt.

Sehenswertes

Der Saal, den man heute sieht, ist nicht der des achtzehnten Jahrhunderts. In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1816 zerstörte ihn ein Brand, und Antonio Niccolini baute ihn in wenigen Monaten wieder auf; die Wiedereröffnung war am 12. Januar 1817. An der Decke hängt das große Gemälde der Cammarano, mit Apollo, der Minerva die größten Dichter der Welt vorstellt. Doch das Detail, nach dem man suchen sollte, ist kleiner: die Uhr in der Bogenlaibung des Proszeniums, auf der die Zeit die Stunden vorrücken lässt, während unten links die Sirene der Künste versucht, sie festzuhalten. Das heißt: Die Kunst kennt keine Zeit.

Der Besuch

Über diese Bühne ist fast jeder gegangen. Gioachino Rossini war sieben Jahre lang musikalischer Leiter und brachte hier unter anderem Mosè in Egitto und Ermione heraus; nach ihm kam Gaetano Donizetti, der mit dem Impresario Domenico Barbaja einen Vertrag geschlossen hatte, der ihn zu vier Opern im Jahr verpflichtete, und der hier Lucia di Lammermoor uraufführte. Im Parkett hatte, viel früher, auch ein Vierzehnjähriger gesessen: Mozart, mit dem Vater in Neapel, der die Erstaufführung von Jommellis Armida abbandonata besuchte.

Tipp der Redaktion

Zwei Schriftstücke erzählen dieses Theater besser als jede Beschreibung. Das erste ist eine Zahlungsanweisung: Domenico Sarro, der die Oper geschrieben hatte, mit der das San Carlo eröffnet wurde, erhielt 220 Dukaten «zur Begleichung der Komposition des Prologs und der Oper in Musik». Das zweite ist Stendhals Urteil; er war am Tag der Wiedereröffnung nach dem Brand in Neapel: «Dieser Saal, in dreihundert Tagen wieder aufgebaut, ist ein Staatsstreich», schrieb er und fügte hinzu, er sichere dem König die Volksgunst besser als das vollkommenste Gesetz, denn «kaum sprechen Sie von Ferdinand, sagt man Ihnen: Er hat das San Carlo wieder aufgebaut!». Derselbe König ließ kurz darauf Verdis Trovatore von den Zensoren sperren.

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