⛪ Kirchen und Heiligtümer

Tempio di Nettuno

📍 Capaccio Paestum, Kampanien · 58/100

Von allen griechischen Tempeln, die auf der Welt noch stehen, ist dieser einer der vollständigsten: Da sind die Säulen, das Gebälk, beide Giebel. Es fehlt nur das Dach. Gebaut wurde er um die Mitte des fünften Jahrhunderts vor Christus, im besten Augenblick der dorischen Architektur, und der Name, den wir ihm geben, ist falsch: Reisende des achtzehnten Jahrhunderts nannten ihn den des Neptun, doch die Forschung meint, er sei Hera oder Apollon geweiht gewesen.

Sehenswertes

Die Säulen sind dick und dicht gestellt, mit der Schwellung auf halber Höhe, die die optische Wirkung ausgleicht: Von weitem wirken sie gerade, gerade weil sie es nicht sind. In der Cella stehen zwei Säulenreihen in zwei übereinanderliegenden Ordnungen, also kleinere Säulen über den großen, die das Dach trugen, ohne allzu lange Balken zu verlangen.

Der Stein ist örtlicher Kalkstein, porös und honigfarben, und er wechselt mit dem Licht: mittags weiß, bei Sonnenuntergang golden. Daneben stehen die beiden anderen Tempel von Paestum, die Basilika und der der Athena, und alle drei sieht man beim Gang über das Gelände.

Der Besuch

Der Tempel liegt im Grabungsareal von Paestum, an der heiligen Straße; der Besuch ist in der Karte enthalten, die auch für das Museum gilt. Ein halber Tag für das ganze Gelände, eine halbe Stunde für den Tempel.

Tipp der Redaktion

Umrunden Sie ihn dicht an den Säulen, gehen Sie dann hundert Schritte fort und sehen Sie ihn im Dreiviertelprofil an: Aus der Ferne sieht man das Verhältnis, aus der Nähe die von Hand geschlagenen Kanneluren und die Spuren der Werkzeuge. Es sind je nach Entfernung zwei verschiedene Bauten, und beide lohnen den Blick.

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