Der heilige Johannes der Täufer und das Festival Inventa un Film
📅 Jedes Jahr am 24. Juni
Lenola feiert am 24. Juni den heiligen Johannes den Täufer.
Der Name ist eine Pflanze: im Mittelalter hieß der befestigte Ort Inola, Inula, Enula, nach dem Alant, und dieses Kraut ist seit undenklicher Zeit das Sinnbild des Dorfes. Lenola liegt am Westrand seiner Provinz, und bis vor wenigen Jahren konnte man am Kilometer sechsunddreißig der Straße nach Frosinone noch den Steinstock sehen, der die Grenze zwischen dem Kirchenstaat und dem Königreich Neapel bezeichnete: Lenola war dessen letztes Bollwerk. Vittorio Emanuele III. sagte, von hier sehe man das schönste Panorama Italiens, und seit dem siebzehnten Jahrhundert kamen die Bischöfe von Fondi herauf, um des kühlen, trockenen Klimas wegen den Sommer zu verbringen.
Die erste Nachricht vom castrum Inule stammt von 1072, als der Herzog von Fondi es der Abtei Montecassino schenkte; 1299 kam es mit der ganzen Grafschaft Fondi an die Caetani. In der Nacht vom achten auf den neunten August 1534 überfiel der osmanische Admiral Khayr ad-Din, genannt Barbarossa, Fondi, um die Gräfin Giulia Gonzaga zu entführen, die rechtzeitig gewarnt entkam: manche Historiker meinen, sie habe eben in Lenola Zuflucht gefunden. Die Wallfahrtskirche der Madonna del Colle gründete Gabriele Mattei, der sich Fra Deogratias nannte, und ihre ersten Jahre erzählte in Stanzen der ortsansässige Wundarzt und Dichter Curzio Mattei, der sie miterlebt hatte. Aus Lenola stammte auch Gerardo Fasolo, der sich mit achtzehn den Cacciatori delle Alpi anschloss und bei Magenta 1859 König Vittorio Emanuele II. das Leben rettete.
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