🏰 Burgen und Schlösser

Mura aureliane

📍 Roma, Latium · 79/100

Am Ende des 3. Jahrhunderts hatte sich Rom weit über die Servianische Mauer hinaus ausgedehnt, die nur die sieben Hügel umschloss und in der Königszeit errichtet worden war. Die Stadt hielt sich jedoch für unantastbar: Jahrhunderte der Ruhe machten es undenkbar, dass ein Feind käme und den Boden der Urbs verletzte. Eine unfreiwillige Bestätigung kam, als die Alemannen die Halbinsel überfielen und bis vor Rom gelangten: Auch sie waren von der Unverwundbarkeit einer solchen Stadt überzeugt und verzichteten auf den Angriff, wie es fünf Jahrhunderte zuvor Hannibal getan hatte.

Sehenswertes

Was man sieht, ist eine in Eile hochgezogene und absichtlich einfache Mauer: eine Backsteinkurtine mit kräftigen Toren und einem Wehrgang obenauf, über eine Strecke von rund zwanzig Kilometern. Mehr war nicht nötig, denn die Feinde jener Zeit brachten kaum mehr zustande als Raubzüge; die Schnelligkeit der Ausführung und die Schlichtheit der Anlage lassen vermuten, dass Militärfachleute am Entwurf beteiligt waren. Der Abschnitt zwischen Porta San Sebastiano und Porta Ardeatina vermittelt den besten Eindruck, mit den quadratischen Türmen, die einer nach dem anderen in die Ferne rücken.

Der Besuch

Was alles in Gang setzte, war die Angst. Nach der Mitte des 3. Jahrhunderts waren die Goten bis nach Griechenland gezogen und hatten Mittel- und Südeuropa geplündert, und die einzigen Städte, die sie aufhalten konnten, waren die ummauerten, etwa Mailand und Verona. Dann plünderten 267 die Heruler Athen, und in Rom begriff man, dass es auch die eigene Stadt treffen konnte; inzwischen war klar geworden, dass die Legionen das ganze Staatsgebiet nicht mehr beherrschten. Die Arbeiten begannen vermutlich 271 und waren in vier Jahren abgeschlossen, die letzten Feinheiten unter Kaiser Probus.

Tipp der Redaktion

Ein Detail rückt all diese Eile ins rechte Licht: Kein Feind belagerte diese Mauern vor dem Jahr 408. Sie wurden gegen eine Gefahr gebaut, die erst über ein Jahrhundert später auftauchte, und zu einem guten Teil sind sie deshalb noch da: Über Generationen nie auf die Probe gestellt, wurden sie auch nie niedergerissen. Das andere, woran man denken sollte, betrifft den Graben entlang der Mauer: Maxentius ließ ihn gegen Konstantin ausheben, also um sich vor Konstantin zu schützen, und offenbar hat ihn Konstantin selbst zu Ende gebracht.

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