© Chabe01 · CC BY-SA 4.0von BigItalia bearbeitet · Entfernung anfordern
🖼️ Museen

piramide Cestia

📍 Roma, Latium · 78/100

Es ist das Grab des Gaius Cestius Epulo, errichtet zwischen 18 und 12 v. Chr., als Ägypten erst seit wenigen Jahren römische Provinz war und sein prunkvoller Geschmack auch in Rom Mode wurde. Sie besteht aus Beton mit Ziegelverblendung und einer Verkleidung aus Carrara-Marmorplatten und ist weit spitzer als die Pyramiden von Giseh: Die Festigkeit des Betons erlaubte einen engeren Winkel, und die schlankere Form gewann bei gleicher Materialmenge an Höhe.

Sehenswertes

An der Ostflanke steht das Erstaunlichste an diesem Bau geschrieben. Cestius hatte testamentarisch verfügt, dass seine Erben ihm das Grabmal binnen 330 Tagen errichten sollten, bei Verlust des reichen Erbes, und die Inschrift hält fest, dass das Werk in dieser Frist vollendet wurde; offenbar wurden sie sogar einige Tage früher fertig. Im Inneren gibt es eine einzige Grabkammer, deren Rauminhalt wenig mehr als ein Prozent des Ganzen ausmacht: weiße Wände mit Priesterinnen und Amphoren, vier Siegesgöttinnen am Gewölbe. An der Rückwand, wo das Bildnis des Verstorbenen hätte sein müssen, klafft heute ein Loch, geschlagen von Schatzsuchern.

Der Besuch

Wenn diese Pyramide noch ihre Marmorverkleidung hat, während alle anderen antiken Bauten Roms abgeräumt wurden, dann deshalb, weil sie im dritten Jahrhundert in die Aurelianische Mauer einbezogen wurde und zu einer ihrer Bastionen wurde: Von da an war sie kein einzeln stehendes Grab zum Plündern mehr, sondern ein Stück Befestigung. Zu ihren Füßen begann man im achtzehnten Jahrhundert, in Rom verstorbene nichtkatholische Ausländer zu bestatten; der Friedhof wurde 1821 offiziell und hieß im Volksmund Englischer Friedhof.

Tipp der Redaktion

Das ganze Mittelalter hindurch hielt man sie für das Grab des Remus, die meta Remi, im Paar mit einer sehr ähnlichen Pyramide im Borgo, die man meta Romuli nannte und die im sechzehnten Jahrhundert abgerissen wurde. Auch Francesco Petrarca fiel darauf herein und bezeichnet sie in einem Brief als Grab des Remus. Die Erklärung lieferte Poggio Bracciolini, und sie lohnt das Zitat: Der Irrtum kam daher, dass «der große Mann die von Sträuchern verdeckte Inschrift nicht aufdecken wollte». Der Name des wahren Besitzers stand dort, in den Marmor geschnitten, unter dem Gebüsch.

Roma entdecken

Die ganze Gemeinde: Guide, Orte, Küche und Veranstaltungen.