In der Kirche wird ein Trinkglas aufbewahrt: der Überlieferung nach jenes, aus dem Papst Pius VII. auf der Rückkehr aus Frankreich nach seiner Gefangenschaft trinken durfte. San Pantaleo liegt im gleichnamigen Ortsteil an der Via San Pantaleo in den Hügeln von Zoagli und wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil an der alten Via Romana errichtet; die erste offizielle Erwähnung ist ein Testament vom 9. Mai 1484 zu ihren Gunsten.
Sehenswertes
Der Bau ist schlichte Romanik des 12. Jahrhunderts: Stein, kleine Maße, kein Wille zu beeindrucken. Es ist eine Straßenkirche, entstanden an der Via Romana, die die Küste mit dem Hinterland verband, und ihre belegte Geschichte beginnt mit jenem Vermächtnis von 1484 — ein Zeichen dafür, dass sie im 15. Jahrhundert für die Leute vor Ort bereits zählte.
Das Stück, das man sehen will, bleibt aber das Glas Pius' VII., ein kleiner Gegenstand und eine zähe Erinnerung an eine päpstliche Durchreise entlang der Riviera. Es ist die Art weltlicher Reliquie, die mehr erzählt als viele Gedenktafeln: Jemand hat hier an einem bestimmten Tag angehalten und um etwas zu trinken gebeten.
Der Besuch
San Pantaleo ist ein hoch gelegener Ortsteil von Zoagli, über der Aurelia und dem Meer des Tigullio, erreichbar über enge Straßen. Die Kirche ist klein, Öffnungszeiten sind nicht bekannt: Man erkundigt sich besser vor Ort oder in der Pfarrei und rechnet damit, sie außerhalb der Gottesdienste verschlossen vorzufinden.
Tipp der Redaktion
Wir gehen zu Fuß hinauf, statt möglichst nah zu parken: Das letzte Stück Steigung erklärt besser als jedes Schild, warum eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert genau dort steht. Von oben wird das Verhältnis zwischen Küste und Hinterland sofort verständlich.
