🏰 Burgen und Schlösser

torre di Levante

📍 Zoagli, Ligurien · 43/100

Zoagli hat sich seine Türme ins Wappen gesetzt: Als das Dekret des Staatspräsidenten vom 14. März 2002 das Gemeindewappen festlegte, rückten die beiden Sarazenentürme in die Mitte des Schildes, der östliche und der westliche, auf Blau und Gelb, den Farben der Bruderschaften der Seeleute und der Seidenweber. Von beiden ist der torre di Levante der einzige eigenständig gebliebene, und heute finden in ihm kulturelle und künstlerische Tagungen statt.

Sehenswertes

Errichten ließ sie die Republik Genua im 16. Jahrhundert, um den Ort vor den Überfällen der Piraten zu schützen, die diesen Küstenabschnitt abfuhren; in den folgenden Jahrhunderten wurden beide verändert und umgebaut. Der Zwilling im Westen nahm einen anderen Weg: Im 18. Jahrhundert wurde er in das Gelände der Burg der Grafen Canevaro einbezogen und mit dem Gebäude verbunden; jener Sarazenenturm trägt die Jahreszahl 1547.

Beim torre di Levante zählt vor allem die Lage, unmittelbar am Wasser an der Ostseite des Ortes: eher Beobachtungsposten als Festung, dort gesetzt, wo das Meer als Erstes den Umriss eines verdächtigen Segels preisgab. Dass er noch steht, ist keine Selbstverständlichkeit in einem Ort, der am 27. Dezember 1943 von einem alliierten Angriff auf das Eisenbahnviadukt fast dem Erdboden gleichgemacht wurde und in jenen Stunden Rathaus, Pfarrkirche und Krankenhaus verlor.

Der Besuch

Die Anreise ist unkompliziert: Der Bahnhof an der Strecke Genua-La Spezia liegt im Ort selbst, die Aurelia verläuft hoch über den Häusern. Vom Zentrum steigt man zur Uferpromenade hinab, jenem Fußweg, der in den dreißiger Jahren in die Klippen geschlagen und zum Teil von den Einwohnern selbst bezahlt wurde; im Osten schließt der Turm den Weg ab. Das Innere öffnet zu Tagungen und Begegnungen, außerhalb dieser Termine betrachtet man ihn von der Straße.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, den Klippenweg bis ans Ende zu gehen und sich erst dort umzudrehen: Von hier hebt sich der Turm klar gegen die Häuserfront und das Grün des Hügels ab, genau der Bildausschnitt, der im Wappen gelandet ist. Wer einen ganzen Tag hat, nimmt den Weg der fünf Glockentürme, zwölf Kilometer zwischen den alten Kirchen von San Pietro di Rovereto, Semorile, San Pantaleo und Sant'Ambrogio bis nach San Martino: Es geht schnell bergauf, und der Golf bleibt unten, immer weiter.

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