⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Pietro

📍 Zoagli, Ligurien · 48/100

In der Kirche steht eine römische Aschenurne aus Marmor, unweit gefunden, dort wo einst ein Castrum lag: Sie stammt aus der Mitte des 1. Jahrhunderts, und die Inschrift besagt, dass sie die Asche eines Angehörigen des Hofstaats des Prätors Urano enthielt. San Pietro liegt im Ortsteil San Pietro di Rovereto an der Via San Pietro, auf der alten Trasse der Via Romana, und ist Pfarrsitz im Vikariat Rapallo-Santa Margherita Ligure, Diözese Chiavari.

Sehenswertes

An der Fassade zeigen zwei Statuen in Nischen die Heiligen Petrus und Paulus; über dem Hauptportal stellt ein Stuckrelief den jungen Johannes dar. Der Glockenturm ist in drei Ordnungen gegliedert und von einer mit Schieferplatten gedeckten Kuppel geschlossen; er trägt acht Glocken, gestimmt in D-Dur. Das heutige Aussehen ist barock, Ergebnis der Arbeiten vom Ende des 17. Jahrhunderts — der Grundstein wurde am 5. August 1698 gelegt — und des folgenden Jahrhunderts.

Im Chor wurde ein Triptychon von Teramo Piaggio aus dem 16. Jahrhundert aufbewahrt, mit dem segnenden Petrus zwischen den Heiligen Johannes dem Täufer und Andreas: In den Hintergrund malte der Künstler den Golf von Tigullio, also genau das Meer, das man von hier sieht. Die Geschichte des Baus ist älter als sein Gewand: Eine Urkunde von 1197 nennt einen Priester Vassallo di Rovereto, ein Vermächtnis von 1213 liefert mit «ecclesie sancti petri de rovoreto» den ersten schriftlichen Beleg. Die Erwähnung von 984, lange dieser Kirche zugeschrieben, betrifft dagegen San Pietro in Genua. 1425 teilweise wiederaufgebaut, wurde sie im 16. Jahrhundert wegen der Piratenüberfälle befestigt.

Der Besuch

San Pietro di Rovereto ist ein Ortsteil in den Hügeln von Zoagli, von der Küste über enge Straßen mit dem Auto erreichbar; die Kirche ist aktive Pfarrei, die Gottesdienstzeiten bleiben also der sicherste Moment, um hineinzukommen. Für die römische Urne und die Fassadenfiguren gibt es keine eigenen Öffnungszeiten: Man sieht sie, wenn die Kirche offen ist, der Vorplatz ist ohnehin zugänglich.

Tipp der Redaktion

Halten Sie zwei Daten zusammen: 1351, nach der Pest von 1348, hatten diese Gemeinde und jene von Sant'Andrea di Rovereto denselben Rektor, blieben aber in verschiedenen Hauptmannschaften, Rapallo und Chiavari; die Kirchturmrivalität endete erst mit dem Dekret vom 5. Juli 1763, das die beiden trennte und San Pietro zur Erzpriesterei erhob. Wer den Bau mit dieser Vorgeschichte betrachtet, versteht seine hartnäckige Eigenständigkeit.

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