🏰 Burgen und Schlösser

castello di Castelnuovo Magra

📍 Castelnuovo Magra, Ligurien · 47/100

1468 erhielt der viereckige Turm der Burg von Castelnuovo Magra seine Maschikulis aus Sandstein, in den Jahren der Florentiner Herrschaft der Medici; der zweite, runde Turm bekam die seinen aus Backstein später, als der Palast an die Republik Genua gefallen war und auch als Munitionslager diente. Zwei Details in Stein erzählen das Ganze: Die Anlage entstand gegen Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag des Luneser Bischofs Enrico da Fucecchio als Bischofssitz und Sitz der Diözese, und jeder spätere Besitzer hinterließ hier ein erkennbares Stück Mauerwerk.

Sehenswertes

Von dem einstigen Wehrpalast an der Piazza Querciola stehen noch die beiden Türme und Abschnitte der Ringmauer. Der Rest steckt in den Häusern des Ortes: Als die Burg nicht mehr gebraucht wurde, riss man sie ab und verwendete ihre Steine als Baumaterial weiter; die letzte genehmigte Entnahme erfolgte im 19. Jahrhundert für den Chor der Pfarrkirche Santa Maria Maddalena. Wer das weiß, geht anders durch die Altstadt.

Der älteste Kern ist nicht der bischöfliche des Enrico da Fucecchio: Im Bereich Borghetto gab es bereits einen Wehrposten, den Bischof Gualtiero II zu Beginn des 13. Jahrhunderts anlegen ließ, gleichzeitig mit der Gründung des Ortes. In den beiden Baukörpern lagen Repräsentationssäle, Unterkünfte für die Truppe, Keller, eine Mühle und eine Kapelle. Seit Juni 2015 ist die turris magna für Besichtigungen und Ausstellungen geöffnet: Gezeigt wurden hier unter anderem Arbeiten von Elliott Erwitt und Steve McCurry, Fotografen, deren Bilder weit vom Magratal entfernt entstanden sind.

Der Besuch

Die Burg liegt mitten in der Altstadt von Castelnuovo Magra, auf dem Kamm zwischen Magratal und Meer, und man erreicht sie zu Fuß: Die Piazza Querciola ist wenige Meter von der Hauptgasse entfernt. Der Turm öffnet nach einem saisonalen Kalender, ein Blick auf die Zeiten der Gemeinde lohnt sich also vor dem Aufstieg. Der Weg nach oben ist der eigentliche Grund hineinzugehen: Von dort sieht man die Ebene von Luni bis zur Küste und auf der anderen Seite die Wand der Apuanischen Alpen.

Tipp der Redaktion

Wer sich das Datum aussuchen kann, nimmt den Sommer: Auf dem Platz vor der Burg wird der Friede von Castelnuovo von 1306 nachgestellt, der Vertrag, der den Krieg zwischen dem Bischof von Luni und den Markgrafen Malaspina beendete und bei dem Dante Alighieri als Bevollmächtigter der Malaspina auftrat. Die Überlieferung verlegt die Unterzeichnung genau hierher, in den Bischofspalast. Steigen Sie danach hinunter zu Santa Maria Maddalena und schauen Sie die Steine des Chors an: Es sind die der Burg, und direkter lässt sich nicht begreifen, wie ein Baudenkmal aufgebraucht wird.

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