⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di Santa Maria Maddalena

📍 Castelnuovo Magra, Ligurien · 48/100

In der Kapelle links, am Anfang des Schiffs, hing jahrelang eine Kreuzigung, die Pieter Brueghel dem Jüngeren zugeschrieben wird, vielleicht Kopie einer verschollenen Tafel seines Vaters. Stutzig macht die Rechnung: Auf dem Kalvarienberg stehen vier Kreuze, nicht drei, in einer flämischen Landschaft, die mit dem Val di Magra nichts zu tun hat. Von einer wohlhabenden Familie gestiftet und im Zweiten Weltkrieg in Sicherheit gebracht, wurde die Tafel 1981 gestohlen und von den Carabinieri wenige Monate später wiedergefunden. Heute wird sie an einem sichereren Ort verwahrt.

Sehenswertes

Die heutige Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert, im Stil der Spätrenaissance, errichtet über den Resten eines älteren Gotteshauses. An der barocken Fassade trägt das Portal ein Relief von 1671 mit der büßenden Magdalena und dem Stifter, der es bezahlte. Im Inneren teilen acht Säulen aus Carrara-Marmor die drei Schiffe; einigen Quellen zufolge stammen sie aus der Kirche Santa Maria Assunta in Luni. Der Chor wurde im 19. Jahrhundert aus Material des alten Bischofspalastes zusammengesetzt. Das Gewölbe freskierte Luigi Agretti aus La Spezia, über dem Eingang steht eine Serassi-Orgel des 19. Jahrhunderts.

Die Altäre verlangen einen langsamen Rundgang. Im rechten Schiff zeigt am dritten Altar ein Relief vom Beginn des 16. Jahrhunderts das Kruzifix mit der Muttergottes und den frommen Frauen. In der Apsis stehen Skulpturen des Carraresen Francesco del Mastro: die thronende Schneemadonna mit dem Kind, seitlich Magdalena und Johannes der Evangelist. Links vom Presbyterium hängt eine Kreuzigung, lange Anthonis van Dyck zugeschrieben, heute eher einem genuesischen Nachfolger. Im linken Schiff steht die Madonna del Suffragio von Domenico Fiasella zwischen einem Relief von 1772 und einer Arbeit von 1667 mit Bartholomäus, Stephanus und Hieronymus.

Der Besuch

Die Kirche liegt an der Piazza del Parlamento, oben in Castelnuovo Magra, wenige Schritte vom Turm der Burg der Bischöfe von Luni. Von der Autobahnausfahrt Sarzana sind es rund zehn Minuten, den Wagen stellt man aber auf den Parkplätzen unterhalb des Ortes ab: Der historische Kern besteht aus einer einzigen schmalen Gasse. Es ist eine aktive Pfarrei des Vikariats Bassa Val di Magra, sie öffnet zu den Gottesdiensten und bleibt einen guten Teil des Tages zugänglich; in den kalten Monaten zielt man besser auf den Vormittag.

Tipp der Redaktion

Suchen Sie am zweiten Altar das Bild des heiligen Fedele, des Ortspatrons. Der Heilige steht vorn, doch worauf es ankommt, ist der Hintergrund: Dort hat ein Maler des 18. Jahrhunderts Castelnuovo Magra festgehalten, wie es damals aussah. Vergleichen Sie es mit dem Umriss des Dorfes, durch das Sie gerade heraufgegangen sind, es hat sich weniger verändert, als man denkt. Beim Hinausgehen dann auf dem Platz nach Westen schauen, über die Ebene von Luni.

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