Vernazza kommt von hier oben. Bevor es das Dorf am Meer gab, das alle fotografieren, stand hier eine Siedlung namens Reggio, an einer Stelle, die schon in römischer Zeit ein Kreuzweg war; um das Jahr tausend stiegen ihre Bewohner zur Küste hinab und gründeten den ersten Kern von Vernazza. Von jenem Ausgangsdorf ist diese Kirche geblieben.
Sehenswertes
Das Gelände war wahrscheinlich ein heidnischer Bestattungsplatz. Die Kirche wurde auf den Resten einer älteren Gebetsstätte errichtet, von der Spuren in der Krypta blieben, mit Sicherheit vor dem elften Jahrhundert; die erste Urkunde, die sie nennt, stammt von 1248 und heißt sie Santa Maria, während eine Urkunde von 1318 bereits den Titel Reggio führt.
Der kleine Platz vor der Kirche ist von alten Bäumen umstanden, und unter ihnen wächst die älteste Zypresse ganz Liguriens: Sie ist etwa achthundert Jahre alt, stand also schon dort, als die Kirche den Namen wechselte. Das Heiligtum gehört zu den fünf Heiligtümern der Cinque Terre, eines über jedem Dorf, alle in der Höhe und alle nur zu Fuß erreichbar.
Der Besuch
Man erreicht es über einen gepflasterten Weg von etwa zwei Kilometern, der am Bahnhof von Vernazza beginnt und durch die Terrassenfelder steigt; festes Schuhwerk und Wasser. Eintritt frei, Zeiten nach den Gottesdiensten. Zwei Stunden für Aufstieg, Aufenthalt und Abstieg.
Tipp der Redaktion
Gehen Sie den Weg, suchen Sie keine Abkürzung. Er ist mit Kapellchen besetzt, eines je Station des Kreuzwegs, und genau dazu dient er: den Aufstieg in vierzehn Pausen zu teilen. Wer ihn ging, wollte keine Aussicht sehen, er kehrte ins Dorf der Großeltern zurück. Ihn zu gehen ist der einzige Weg zu begreifen, in welcher Reihenfolge hier die Dinge entstanden sind.
