🏰 Burgen und Schlösser

Forte Tecci

📍 Altare, Ligurien · 47/100

Sechs Kanonen vom Typ 12 GRC Ret in Kasematten, vier Maschinengewehre und eine Besatzung von mehr als 400 Mann: Das Forte Tecci war das größte Werk der Festung von Altare. Die Geschütze wurden später abgebaut und offenbar im Ersten Weltkrieg an die Front geschickt, wo man sie mit dem weit stärkeren Ballistit statt mit Schwarzpulver lud, worauf die Rohre rissen und nicht mehr zu gebrauchen waren.

Sehenswertes

Das Königlich Italienische Heer errichtete die Sperre von Altare zwischen 1885 und 1890, entlang der heutigen Staatsstraße 29 über den Colle di Cadibona, zum Schutz des südlichen Piemont und des ligurischen Apenninkamms vor einem Angriff zu Lande. Tecci liegt oberhalb des Forts Tagliata di Altare auf der Südseite und vervollständigt mit dem Cascinotto die Dreiergruppe.

Sein Grundriss ist komplexer und größer als der der beiden anderen: zwei Baukörper, einer fünfeckig, wie beim Cascinotto, und einer dreieckig, verbunden durch ein gerades Stück aus schweren Steinquadern mit Fenstern und Schießscharten. Es gibt zwei Ebenen, die untere verbirgt ein tiefer Graben, der die ganze Anlage umläuft. 1889 war hier zudem das meteorologisch-seismische Observatorium der Festung Altare untergebracht. Heute verfällt das Werk, in einigen Räumen stehen Fernsehumsetzer.

Der Besuch

Man kommt über die Staatsstraße 29 herauf, die den Colle di Cadibona auf 459 Metern überquert, den Pass, der herkömmlich Alpen und Apennin trennt. Seit 1945 gehört die Sperre dem italienischen Staat, ein Museum ist sie nicht: keine Kasse, keine ausgebauten Wege, kein Licht. Der Graben ist tief und die Innenräume sind stockdunkel, also bleibt man besser draußen, mit festen Schuhen, und lässt die Untergeschosse in Ruhe. Den historischen Quellen zufolge fiel hier nie ein Schuss: Zu sehen ist Militärarchitektur des späten 19. Jahrhunderts, unverändert.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den Vormittag, wenn das flache Licht die Steinquader des Verbindungstrakts hervorhebt, und einen halben Tag Zeit, um auch Tagliata und Cascinotto anzusehen: Erst im Vergleich der drei Werke versteht man, warum Tecci mehr zählte als die anderen. Und dann drehen Sie sich zum Meer um: Savona liegt elf Kilometer entfernt und fast fünfhundert Meter tiefer, dieser Blick allein erklärt die Wahl des Standorts.

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