🏰 Burgen und Schlösser

castello di Altare

📍 Altare, Ligurien · 46/100

Der letzte Schlag war ein Racheakt. Zwischen 1629 und 1630 ließ der Markgraf von Grana, Felice Carretto, die Reste der Burg von Altare niederreißen, um die Herrschaft der Gonzaga zu treffen, die damals das Gebiet kontrollierte. Der Stützpunkt war ohnehin schon schwer beschädigt: Zwischen 1612 und 1618 geriet der Hügel mitten in die Kämpfe zwischen den Soldaten von Savona und den Truppen aus dem Monferrato und der Gonzaga von Mantua. Einigen Quellen zufolge entstand der Bau in einem Zeitraum zwischen dem 11. und dem 12. Jahrhundert und diente eher der Beobachtung als der Verteidigung. Wie das Dorf gehörte die Anlage zum Lehensbesitz der Familie Del Carretto und teilte das Schicksal von Altare unter der Markgrafschaft Monferrato.

Sehenswertes

Zu sehen ist heute eine Ruine auf einem Hügel nordöstlich des Ortes, in halbhoher Lage auf 424 Metern über dem Meer. Das ist keine Berghöhe, und genau darin liegt der Sinn: Es reichte, um das Tal im Blick zu behalten, ohne sich von den Häusern zu entfernen.

Die Anlage bestand aus einem zentralen Turm und drei Mauerringen. Diese Ringe waren nicht nur ein Mittel, die Verteidigung zu vervielfachen: Bei Gefahr stieg die Bevölkerung herauf und fand zwischen den Mauerzügen Zuflucht und Schutz. Eine Fluchtburg also, keine herrschaftliche Residenz. Heute lesen sich vor allem die Mauerabschnitte und der Verlauf des Geländes; das Ganze zusammenzusetzen verlangt etwas Aufmerksamkeit.

Der Besuch

Es gibt weder Kasse noch Öffnungszeiten: Die Anlage ist eine Ruine unter freiem Himmel, der Aufstieg beginnt im Dorf und führt nach Nordosten. Festes Schuhwerk und etwas Vorsicht sind nötig, denn zwischen den Resten ist der Boden uneben, und im Sommer verdeckt der Bewuchs einen großen Teil des Mauerwerks. Wer ein unversehrtes Denkmal sucht, wird enttäuscht; wer verstehen will, warum dieses Tal besiedelt wurde, findet alles Nötige.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen den Besuch außerhalb der Saison, wenn die Bäume kahl sind: Zwischen November und März treten die Mauern aus dem Gestrüpp hervor, und der Verlauf der drei Ringe ist deutlich besser zu erkennen. Wir nehmen immer eine Karte der Gegend mit: Von dort oben, mit dem Dorf unter sich, versteht man auf einen Blick, welche Straße die Burg im Auge behalten sollte.

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