⛪ Kirchen und Heiligtümer

ex oratorio di San Sebastiano

📍 Altare, Ligurien · 48/100

Das Oratorium San Sebastiano entstand in Altare als Gelübde gegen die Pest: Errichtet wurde es wohl in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, unmittelbar nach der Epidemie, die die Bevölkerung zwischen 1628 und 1631 traf, in Formen zwischen Spätrenaissance und Barock. Gottesdienste finden hier keine mehr statt. 1972 wurde der Bau profaniert, heute ist er Privatbesitz; die Holzstatue des Titelheiligen von etwa 1900 kam in die Pfarrkirche.

Sehenswertes

Man betrachtet ihn von außen, von dem Platz, der seinen Namen trägt, und beginnt am besten beim Glockenturm: Er ist nicht der ursprüngliche und steht nicht einmal auf der richtigen Seite. Der erste stand rechts, doch das schwere Erdbeben von 1887, das Ligurien traf, erzwang seinen Abbruch, und der Ersatz wurde links hochgezogen.

Die Fassade wurde 1909 zusammen mit anderen Teilen des Gebäudes überarbeitet, vom Formenrepertoire des 17. Jahrhunderts blieb also eher das Gerüst als das Detail. Ein genau datierbares Zeichen gibt es dennoch: ein hölzernes Kreuz, 1926 in die Wand eingelassen zur Erinnerung an eine Landmission der Kapuziner im Heiligen Jahr 1925.

Der Besuch

Das ehemalige Oratorium kann nicht besichtigt werden: Es ist in privater Hand, und die Piazza San Sebastiano ist alles, wohin man kommt. Wenige Minuten genügen, und es passt gut dazwischen, denn der Ortskern von Altare ist klein und ganz zu Fuß zu machen.

Tipp der Redaktion

Wenn Sie sich für Glas interessieren, ist dieses Gebäude die Station null. Bis 2004 beherbergte es provisorisch das Museum der Glaskunst von Altare, das dann in die villa Rosa umzog, das Jugendstilhaus, das zwischen 1905 und 1906 nach Plänen von Nicolò Campora entstand. Schauen Sie sich das Oratorium an und gehen Sie dann ins Museum: Man merkt, wie lange Altare gebraucht hat, um dem Handwerk, das den Ort bekannt gemacht hat, ein endgültiges Zuhause zu geben.

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