Unter der Pedalklaviatur der Orgel von Sant'Anna spielen vier Pedale überhaupt keine Töne: Sie bedienen Timpano, Uccelliera, Campanette und Ottavino, jene Klangeffekte, die toskanische Orgelbauer des 19. Jahrhunderts gern in Dorfkirchen einbauten. Das Instrument ist Opus 540 von Nicomede Agati e Fratelli aus Pistoia und trägt das Datum 1870. Die Kirche ringsum wuchs in mehreren Schritten aus einer Kapelle, die am 26. Januar 1625 geweiht und der heiligen Anna und dem heiligen Antonius zugeeignet wurde.
Sehenswertes
Von der Kapelle des 17. Jahrhunderts blieb der Grundriss: ein einziges Schiff, heute das linke Seitenschiff, mit dem Glockenturm in der Fassade. Alles Übrige stammt aus dem 19. Jahrhundert. Zwischen 1826 und 1860 wurde der Bau auf die heutigen drei Schiffe verbreitert und anschließend verlängert; das Tonnengewölbe dekorierte 1897 Federico Dagnino, die Fassade kam zuletzt, im Jahr 1905.
Die Apsis ist halbrund, mit Hochaltar aus Marmor und hölzernem Chorgestühl; am Kopf der Seitenschiffe öffnen sich zwei kleinere, quadratische Presbyterien. Unter den Skulpturen lohnt das hölzerne Prozessionskruzifix, 2011 restauriert und mit Vorbehalt Stefano Murialdo zugeschrieben. Die Orgel stand ursprünglich auf der Empore über dem Hauptportal, heute steht sie in der Apsis direkt auf dem Boden: ein schlichter bemalter Holzkasten, eine Klaviatur mit 50 Buchsbaumtasten und kurzer erster Oktave, eine Pedalklaviatur mit 10 Pedalen und Register, die über Knopfzüge mit handgeschriebenen Namen gezogen werden.
Der Besuch
Cadibona ist ein Ortsteil von Quiliano, die Kirche steht an der Staatsstraße 29 über den Colle di Cadibona, jenen Pass, den die Schulgeografie als Grenze zwischen Alpen und Apennin führt: Die meisten fahren auf dem Weg von Savona ins Hinterland daran vorbei. Die Pfarrei wurde am 18. September 1797 errichtet und von San Lorenzo di Quiliano abgetrennt; heute gehört sie zum Vikariat Savona im Bistum Savona-Noli. Wie jede Pfarrkirche an der Durchgangsstraße öffnet sie unregelmäßig, die Messzeiten bleiben der zuverlässigste Anhaltspunkt.
Tipp der Redaktion
Wir raten, sich die Orgel aus der Nähe anzusehen, jetzt, da sie am Boden der Apsis steht und nicht mehr hoch über dem Portal: Die 23 Prospektpfeifen sind als Spitze mit Flügeln geordnet, und die Labien laufen den Spitzen entgegen, ein Detail, das man nur von unten bemerkt. Werfen Sie danach einen Blick auf die beiden Keilbälge mit sechs Falten und den originalen Gewichten: Die Luft liefert heute ein Elektrogebläse, doch die Seile und Rollen, die sie einst von Hand bewegten, hat niemand entfernt.
