🖼️ Museen

Museo dell'Arte Vetraria

📍 Altare, Ligurien · 47/100

Das Glasmuseum von Altare ist in einer Jugendstilvilla untergebracht, die ein Pfarrer in Auftrag gab. Villa Rosa entstand zwischen 1905 und 1906 nach Plänen des Savoneser Architekten Nicolò Campora auf Wunsch von Monsignore Giuseppe Bertolotti, diente der Familie Saroldi als Sommersitz und wurde erst viel später zum Haus der örtlichen Sammlung von Kunst- und Industrieglas.

Sehenswertes

Die Bestände führen die beiden Seiten der örtlichen Produktion zusammen: Kunststücke und Gebrauchsware, alle aus den Öfen des Ortes und der Umgebung. Es ist der Stoff eines Handwerks, das in Altare ohne Unterbrechung vom 12. bis zum 20. Jahrhundert ausgeübt wurde: Glas „jeder Art und Machart“, Glas für Apotheken und Krankenhäuser, Kunstobjekte und im 20. Jahrhundert temperaturwechselbeständiges Chemieglas. 1856 schlossen sich die Öfen zu einem einzigen Genossenschaftsbetrieb zusammen, der SAV, Società Artistico Vetraria, der zweiten Genossenschaft Italiens.

Das Altarer Glas blieb nie im Ort: Die Meister exportierten eher noch Technik als Objekte und errichteten Öfen in halb Europa. Der bekannteste, Bernardo Perotto, hier geboren und in Orléans tätig, erhielt 1688 von Ludwig XIV. das königliche Patent, Kristall in Platten zu gießen, ein Verfahren, das Spiegel von mehr als einem Quadratmeter erlaubte und bis 1920 das einzige industrielle blieb. Auch das Gebäude gehört zum Besuch: seit 1986 unter Denkmalschutz, 1992 vom Staat erworben, ein Jahrzehnt lang von der ligurischen Denkmalbehörde restauriert.

Der Besuch

In der Villa Rosa sitzt auch die Gemeindebibliothek, und das Museum war nicht immer hier: Bis 2004 lag es provisorisch im ehemaligen Oratorium San Sebastiano aus dem 16. Jahrhundert. Im selben Jahr ging die Villa per Vereinbarung an die Gemeinde Altare und an die Fondazione Istituto per lo Studio del Vetro e dell'Arte Vetraia über, die sie betreiben. Altare liegt elf Kilometer von Savona entfernt an der Staatsstraße 29 über den Colle di Cadibona; die Öffnungszeiten wechseln mit der Jahreszeit, man prüft sie besser vor der Abfahrt.

Tipp der Redaktion

Wir empfehlen, das Haus so genau anzusehen wie die Vitrinen: Schmiedeeisen, Glasfenster und Jugendstildekor sind der richtige Rahmen für diese Sammlung, und das ist kein Zufall, denn die Villa entstand, als die Altarer Glaskunst noch eine Industrie in vollem Betrieb war. Und bleiben Sie nicht bei den Schaustücken stehen: Es sind die Apotheken- und Laborgläser, die das Handwerk zeigen, wie es war, Ofenarbeit, die hier achthundert Jahre gedauert hat.

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