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⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Pietro in Carpignano

📍 Quiliano, Ligurien · 51/100

Eine Ecke des Glockenturms ruht auf einer römischen Säule, der einzigen erhaltenen von jenen, die einst die Gewölbe der romanischen Kirche getragen haben dürften: kein anderes Detail fasst San Pietro in Carpignano besser zusammen. Der spitz zulaufende Backsteinturm stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde ebenfalls aus wiederverwendetem antikem Material errichtet. In den Urkunden taucht die Kirche am 24. April 1180 auf, als Petrus, Propst von San Giorgio, die Rechte an ihr für neunundzwanzig Jahre an Ottone di Traisio abtrat, ein Akt, der ihre Abhängigkeit von den Benediktinern von Fruttuaria belegt; 1191 verkaufte Markgraf Ottone Del Carretto den Konsuln von Savona alles, was er von San Pietro bis Savona besaß, und die Kirche diente dabei als Grenzstein zwischen Savona und Quiliano.

Sehenswertes

Der heutige Bau ist das Ergebnis der Umgestaltungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die nach Osten ausgerichtete romanische Kirche auf etwa die Hälfte ihrer Länge verkürzt und gedreht: Der Eingang wanderte um 90 Grad, die halbrunde Apsis kam nach Süden zu liegen, davor entstand der Kirchplatz. Der jetzige Baukörper, ein einschiffiger Raum mit Bogenportal, wird auf 1710 datiert, als die Kapelle auf Wunsch von Annamaria Gavotti instand gesetzt wurde und den Anfangsteil der älteren Kirche in sich aufnahm. An der rechten Flanke haben sich der Sockel der romanischen Apsis und Mauerreste erhalten, die die Fassade mit dem Glockenturm verbinden; dieser steht frei und ist durch einen Raum mit Bogenöffnung angeschlossen.

Der Rest steckt im Boden. Die Grabungen förderten Material ab dem 1. Jahrhundert zutage, Abschnitte der weitläufigen Wasserführung des Fundus Carpinianus, Fragmente von Wandmalerei und Mosaik, römische und frühmittelalterliche Inschriften, Keramik und Metall. Das Gräberfeld unter der Kirche war von der Kaiserzeit bis ins 18. Jahrhundert in Gebrauch, und gerade die Abfolge der Bestattungsriten konnten die Archäologen hier besonders gut nachzeichnen. Ein römisches Wasserbecken lässt auf eine landwirtschaftliche Siedlung an einem Abzweig der Via Aemilia Scauri schließen, die Vada Sabatia, das heutige Vado Ligure, durch das Val Quazzola mit der Poebene verband; dort stehen noch römische Brücken. Unter den Funden sind auch Pilgerzeichen.

Der Besuch

Die Kirche steht im Zentrum des gleichnamigen archäologisch-naturkundlichen Parks, den die Region Ligurien 2010 eingerichtet hat, auf einer leicht erhöhten Terrasse über dem Bach Quiliano: eine Lage, die bewusst außerhalb der Hochwasser gewählt wurde. Erreichbar ist sie von Quiliano aus, im Hinterland zwischen Savona und Vado Ligure. Das Innere lässt sich bei den regelmäßigen Führungen besichtigen, ganzjährig und bei freiem Eintritt; draußen lesen sich Glockenturm und Mauerreste gut, wenn man um die Apsis herumgeht.

Tipp der Redaktion

Wir raten dazu, zuerst die Säule am Fuß des Glockenturms zu suchen und dann mit dem Blick nach oben zu wandern: Schneller begreift man nirgends, wie viel römisches Material in dieser Kirche steckt. Behalten Sie außerdem den örtlichen Namen im Kopf, San Pè d'i Coi, „Sankt Peter von den Kohlköpfen“, nach den Feldfrüchten, die die Gegend bis ins vorige Jahrhundert prägten: Er erzählt mehr als die meisten Tafeln. Und warten Sie, wenn es geht, eine Führung ab: Gräber und Grabungsschichten bleiben ohne Erklärung unlesbar.

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