Das Wappen, das Lenna 2004 verliehen wurde, führt einen geöffneten Zirkel, und dieser Zirkel steht dort für einen Mann: Mauro Codussi, der Architekt, der in Venedig baute, wurde in diesem Dorf geboren. Die drei goldenen Sterne stehen für die Marienverehrung der Einwohner und für die drei alten Weiler, aus denen der Ort bestand — Cantone, Coltura und Lenna —, und die Brücke ist jene steinerne, die man hier Ziegenbrücke nennt, ein einziger Bogen, im siebzehnten Jahrhundert über den Brembo geschlagen und nach dem Hochwasser von 1987 ausgebessert. Lenna liegt dort, wo die beiden Arme des Brembo zusammentreffen, und wurde immer das Tor zum oberen Val Brembana genannt.
Die Römer waren seit dem zweiten Jahrhundert vor Christus hier und verarbeiteten das Eisen dieser Berge, wobei sie das Tal mit Straßen an das Bergbaugebiet des Val Seriana banden. Unter Venedig wuchs der Verkehr: die Republik machte aus Lenna ein Eisenzentrum, das die Wasserkraft nutzte, und von hier gingen Nägel, Schwerter und Werkzeuge aus, die bis nach Deutschland gelangten. Dann kamen andere Betriebe: eine von Giuseppe Oberti gegründete Fabrik, die von 1876 bis 1964 Zementfliesen für Böden und Mosaikplättchen herstellte, die in ganz Italien verkauft wurden, und die etwa hundert Menschen beschäftigte, als die Talbahn eröffnet wurde; seit 2007 ist ein Teil des Bahndamms zu einem Radweg am Fluss geworden. Und fast dreißig Jahre lang gab es Lenna als Gemeinde nicht: 1927 legte die faschistische Regierung sie mit Valnegra, Piazza Brembana und Moio de' Calvi zu einer einzigen Gemeinde namens San Martino de' Calvi zusammen, und die vier trennten sich erst 1956 wieder.