Die zweite Hälfte des Namens ist eine Familie: die Picenardi aus Cremona, die diesen Ort jahrhundertelang als Lehen hielten. Der Ort gehörte zur Unteren Provinz des Contado von Cremona und ist einer jener kleinen Orte, deren Grenzen so oft neu gezogen wurden, dass die Verwaltungsgeschichte zur Hauptgeschichte wird. Im Jahr 1786 wurde er in die neue Provinz Bozzolo verschoben, die später jene von Casalmaggiore werden sollte, und 1791 an Cremona zurückgegeben. Im Jahr 1810, in napoleonischer Zeit, wurden ihm die Nachbargemeinden Cansero, Dosso Pallavicino und Stilo de' Mariani angegliedert; 1816, mit dem Königreich Lombardo-Venetien, holten sich alle drei die Selbständigkeit zurück. Im Jahr 1841 entschied die österreichische Regierung allerdings, dass Dosso Pallavicino für immer hierbleiben solle.
Bei der Einigung Italiens, 1861, zählte Cappella de' Picenardi sechshundertzweiundfünfzig Einwohner. Sechs Jahre später, 1867, wurden ihm Cansero, Isolello und Vighizzolo angegliedert; im Jahr darauf schlug Stilo de' Mariani die entgegengesetzte Richtung ein und landete in Pessina Cremonese. Von jenen Gemeinden blieben heute Namen auf den Karten und ein paar Höfe. Die Kirche des Ortes ist dem heiligen Pankratius geweiht. Zwischen 1927 und 1955 gab es hier zudem eine Straßenbahnhaltestelle: die Linie Cremona–Asola, zuletzt von den Tramvie Provinciali Cremonesi betrieben, hatte eine mit Pieve San Giacomo gemeinsame Station. Als man sie schloss, bewegte sich das Land wieder allein auf der Straße.
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Außerhalb von Cappella de' Picenardi, aber als Ausflug gut erreichbar.
