Bis 1894 hieß der Ort Calcababbio. Der Name, wohl aus einem Spitznamen entstanden, kommt vom Verb calcare, treten, und vom mundartlichen babi, Kröte, einem Tier, das es hier in Mengen gab: «tritt die Kröte». Mit dem königlichen Dekret vom 23. Dezember jenes Jahres wurde daraus Lungavilla, «das langgestreckte Dorf», weil man den alten Namen für unschicklich hielt; einer Legende nach kam der neue von einem Ausruf König Umbertos I., der beim Durchfahren gesagt haben soll: «Oh, che longa vila!». Die Kröte aber ist geblieben: Das Gemeindewappen zeigt noch immer einen Fuß, der auf sie tritt, daneben eine perspektivische Ansicht des Ortes.
Die erste Nachricht steht in einer Urkunde von 1250, einer Liste von Ländereien des Herzogtums Pavia; im fünfzehnten Jahrhundert gehörte das Lehen den Fregoso aus Genua, doch 1493 kaufte es Bergonzio Botta, ein Pavieser und herzoglicher Minister, dessen Familie es bis zum Ende hielt — ab 1613 unter dem Namen Botta Adorno — und 1663 zur Markgrafschaft erhoben sah. Im August 1836 raffte eine Choleraepidemie die Bevölkerung dahin: Sie endete nach einem dreitägigen Gebet, das Pfarrer don Bellingeri angeordnet hatte und das mit einer Prozession und einem ewigen Gelübde an die Madonna schloss; seither erinnert der Ort daran jedes Jahr am 22. August mit dem «Tag des Gelübdes». 1859 war sein Gebiet Schauplatz der Kämpfe der Schlacht von Montebello. Heute betreibt die Gemeinde den Parco Palustre, ein Schutzgebiet mit Quellwasser.
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