Cunardo

Provinz: Varese · Region: Lombardei · Einwohner: 2.887 · PLZ: 21035

Cunardo liegt mitten zwischen vier Tälern — Valganna, Valmarchirolo, Valcuvia und Valtravaglia — und geht auch in der Kirche eigene Wege. Die Pfarrei Sant'Abbondio gehört zum Bistum Como, während fast alle Nachbardörfer zum Erzbistum Mailand zählen: hier wird daher im römischen und nicht im ambrosianischen Ritus gefeiert, und die liturgische Grenze verläuft um eine einzige Gemeinde herum. Die Pfarrei entstand im fünfzehnten Jahrhundert auf Betreiben von Bischof Branda Castiglioni.

Unter dem Ort dagegen ist ein Hohlraum: der Orrido di Cunardo ist eine verzweigte Höhle, durch die der Fluss Margorabbia strömt, und ihre Räume tragen Namen wie aus einem Roman, Höhle der Toten, Unbekannter See, Grotte der kleinen Madonna. Der Gemeindename soll vom langobardischen Kunihard kommen, befestigtes Dorf, und über den Häusern erhebt sich der Monte Castelvecchio, den die Überlieferung mit einer langobardischen Festung verbindet. Cunardo verarbeitet seit alter Zeit Keramik. 1751 zählte man vierhundertdreiundvierzig Einwohner; von 1812 bis 1816 war die Gemeinde aufgelöst und Marchirolo angegliedert. Zweitausendachthundertsiebenundachtzig Einwohner in der Provinz Varese.

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