⛪ Kirchen und Heiligtümer

Chiesa di San Francesco

📍 Agnone, Molise · 48/100

Das Dach der Kuppel ist smaragdgrün gestrichen und schon von weitem zu erkennen, noch vor dem quadratischen Glockenturm daneben: drei Geschosse, im obersten auf jeder Seite eine Uhr, dazu ein schmiedeeiserner Käfig mit den Glöckchen, die die Stunden schlagen. San Francesco ist die Hauptkirche von Agnone, und im angrenzenden Konvent lebt bis heute der Orden der Minoriten.

Sehenswertes

Die Fassade verspricht wenig: eine schlichte Fläche, eine ebenso zurückhaltende Fensterrose. Wofür man stehen bleibt, ist das alte Spitzbogenportal, der deutlichste Rest des gotischen Baus, aus dem die Kirche hervorgegangen ist, bevor der Innenraum barock umgestaltet wurde. Genau darin liegt der Reiz: draußen eine fast nackte Mauer, drinnen der Überfluss des 17. Jahrhunderts. Der Grundriss zeigt ein einziges Schiff, und der Blick wandert fast sofort nach oben, denn die hölzerne Kassettendecke zeigt in jedem Feld eine Szene aus dem Neuen Testament. Der Altar ist dem heiligen Franz von Assisi geweiht und bewahrt eine Kopie des Kreuzes von San Damiano.

Vom Konvent ist ein Teil erhalten, heute ein langer quadratischer Kreuzgang und ein kleiner Platz mit einem Steinbrunnen. In den übrigen Räumen ist das Museo del libro permanente untergebracht, das Inkunabeln und mittelalterliche Handschriften bewahrt: für einen Ort dieser Größe alles andere als selbstverständlich.

Tipp der Redaktion

Bleiben Sie nach dem Eintreten ein paar Minuten hinten im Schiff stehen und legen Sie den Kopf in den Nacken: Von dort lassen sich die Kassetten besser lesen als vom Altar aus, wo der Winkel die Figuren zusammendrückt. Gehen Sie danach außen herum in den Kreuzgang, wo der Straßenlärm abbricht und nur der Brunnen bleibt. Wer Zeit hat, fragt nach dem Museum: Die Inkunabeln und die Handschriften sind der Grund, den Besuch zu planen statt zufällig vorbeizuschauen.

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