⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Maurizio

📍 Gravellona Toce, Piemont · 36/100

Die romanische Kirche San Maurizio ist das älteste und bedeutendste Baudenkmal von Gravellona Toce: Ihre Existenz ist seit dem zehnten Jahrhundert belegt. Sie besteht aus Blöcken einheimischen Steins, und ein Teil dieser Blöcke wurde nicht gebrochen, sondern aus einem römischen Turm gewonnen, der daneben stand. Nicht weit entfernt stehen noch die Mauern der längst verschwundenen Burg von Cerro, die unmittelbar neben der Kirche lag.

Sehenswertes

Außen sind die Wände mit Blendbogenfriesen geschmückt, dem typischen Zeichen der lombardischen Romanik, doch die Fenster sind nicht mehr die alten: An die Stelle der ursprünglichen einbogigen Öffnungen sind breite rechteckige getreten. Im Inneren gibt es ein einziges Schiff; die Kreuzgewölbe, die es bedeckten, eine Zutat des fünfzehnten Jahrhunderts, wurden vor kurzem durch offene Dachstühle ersetzt. An den Wänden sind Fresken des fünfzehnten Jahrhunderts wieder zum Vorschein gekommen, die eine Kalkschicht verborgen hatte und die die von Mesturino 1925 geleiteten Restaurierungen freilegten. An der Nordseite erhebt sich der Glockenturm, vom Kirchenkörper getrennt, aber mit ihm verbunden: Der untere Teil scheint aus den letzten Jahrzehnten des elften Jahrhunderts zu stammen, während die Glockenstube mit der achteckigen Kuppel darüber eine Zutat des neunzehnten Jahrhunderts ist.

Der Besuch

Das Erste, was beim Ankommen auffällt, ist die Schieflage des Glockenturms. Sie ist nicht gering und von der Straße aus mit bloßem Auge zu sehen: Ein steinerner Strebepfeiler stützt den Fuß. So zeigt sich die Kirche seit Jahrhunderten, und zusammen mit dem abblätternden Putz der Fassade wirkt sie wie ein Bau, der die Zeit ohne viel Schonung durchquert hat. Die beiden Teile des Turms unterscheiden sich auch in Farbe und Steingefüge: unten die Romanik, oben die Glockenstube des neunzehnten Jahrhunderts.

Tipp der Redaktion

Erwarten Sie keine monumentale Kirche: San Maurizio ist klein, steht am Straßenrand, und wer mit dem Auto vorbeifährt, sieht sie und fährt weiter. Genau das macht sie interessant. Ein Halt lohnt sich für die Blendbögen unter der Traufe, die tausend Jahre alt sind, und für den Gedanken an jene, die den Bau errichteten, indem sie einen römischen Turm abtrugen und seine Steine wiederverwendeten: im Mittelalter ein ganz gewöhnlicher Vorgang und der Grund für die unregelmäßige Oberfläche der Wände. Wer ermessen will, wie sehr sich der Ort verändert hat, vergleiche diese Kirche mit der Pfarrkirche San Pietro am anderen Ende der Siedlung.

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