⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Pietro

📍 Gravellona Toce, Piemont · 41/100

Die Kirche San Pietro Apostolo ist die Pfarrkirche von Gravellona Toce und gehört zum Bistum Novara. Eine dem heiligen Petrus geweihte Kultstätte gab es hier schon im zwölften Jahrhundert; der heutige Bau stammt dagegen aus dem siebzehnten Jahrhundert und wurde am 17. August 1696 vom Novareser Bischof Giovanni Battista Visconti geweiht. Fertig war er damals keineswegs: Die Fassade wurde erst 1862 nach einem Entwurf des Architekten Pompeo Azari vollendet, und drei Jahre später ging man den Glockenturm an.

Sehenswertes

Die Staffelfassade blickt nach Westen und ist senkrecht in drei Teile gegliedert, die Lisenen voneinander trennen. Der höhere mittlere Teil trägt das Hauptportal und darüber ein halbrundes Fenster und schließt mit dem Giebel; die beiden Seitenflügel haben geradlinig überdeckte Nebeneingänge und Nischen mit Statuen. Der an die Kirche gesetzte Glockenturm besteht aus Stein und hat quadratischen Grundriss mit Ecklisenen; die Glockenstube öffnet sich auf jeder Seite mit einem von Balustraden geschützten einbogigen Fenster, und die Spitze kam 1930 hinzu. Im Inneren tragen drei durch Pfeiler getrennte Schiffe Rundbögen, über denen ein profiliertes, vorspringendes Gesims verläuft, aus dem die Stichkappengewölbe aufsteigen. Am Ende des Raums erhebt sich der Chor um zwei Stufen um den Hochaltar und schließt mit der halbrunden Apsis.

Der Besuch

Die Kirche erzählt gut, wie Dorfpfarrkirchen entstanden: Joch für Joch und Generation für Generation, je nach Kassenlage. Zwischen der Weihe im siebzehnten Jahrhundert und der Fassade des neunzehnten liegen mehr als hundertsechzig Jahre, und die Turmspitze kommt erst im zwanzigsten. Damit hörten die Änderungen nicht auf: 1970 erhielt die Kirche nach den Vorgaben des Konzils Ambo und Priestersitz, der zur Gemeinde gewandte Altar kam 2009 dazu; 2016 wurde der Glockenturm restauriert.

Tipp der Redaktion

Betrachten Sie die Fassade aus der Ferne, vom hinteren Ende des baumbestandenen Platzes: Dort wirkt der Entwurf Pompeo Azaris am besten, mit den drei zum Giebel aufsteigenden Teilen und dem Glockenturm als seitlichem Gegengewicht. Treten Sie dann an die seitlichen Nischen heran, die von weitem verlorengehen. Es lohnt sich, erst San Maurizio zu besuchen, die romanische Kirche am anderen Ende des Ortes: Die beiden sind die Endpunkte der Kirchengeschichte von Gravellona, tausend Jahre zwischen den nackten Steinblöcken der einen und den verputzten Lisenen der anderen, und zu Fuß zehn Minuten auseinander.

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