⛪ Kirchen und Heiligtümer

chiesa di San Michele in Insula

📍 Trino, Piemont · 41/100

Die Kirche San Michele in Insula liegt außerhalb der Siedlung von Trino, an einer Stelle, die noch immer den Namen Insula trägt, weil sie von zwei Armen des Po umflossen war. Die Ursprünge der Pfarrkirche reichen ins frühe Mittelalter: Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem zehnten und elften Jahrhundert, doch darf man annehmen, dass sie über einem älteren Sakralbau errichtet wurde, denn der Ort war schon in römischer Zeit bewohnt und von einer Mauer geschützt, wie archäologische Grabungen gezeigt haben.

Sehenswertes

Trotz vieler späterer Eingriffe hat die Kirche die nüchterne romanische Art bewahrt, die sie im zwölften Jahrhundert annahm. Die Fassade bildet die Ausnahme: Die Säulenvorhalle vor der Eingangstür ist eine Erneuerung des achtzehnten Jahrhunderts, und man erkennt sie sofort, weil sie verputzt ist, während die Seitenwand in Sichtziegeln bleibt, mit dem Zierband oben an der Wand des Schiffs. Innen gibt es drei Schiffe, das mittlere gegenüber den seitlichen erhöht. Im Chor wurden bedeutende Freskenfragmente des zwölften Jahrhunderts wieder freigelegt: zu sehen sind eine Kreuzigung und einige Szenen aus dem Leben des heiligen Michael, gemalt von einem Künstler, der mit der damals in der Lombardei aufkommenden romanischen Malerei vertraut war.

Der Besuch

Die Kirche verlor an Bedeutung, als sich die Siedlung um die Pfarrkirche San Bartolomeo sammelte, die im dreizehnten Jahrhundert im Ort errichtet wurde. Ganz aufgegeben wurde sie jedoch nicht: Sie blieb der Volksfrömmigkeit teuer, und das rettete sie. Deshalb steht sie heute noch und bewahrt ihre Fresken, während die ländlichen Pfarrkirchen, die niemand mehr aufsuchte, aus der Ebene fast alle verschwunden sind.

Tipp der Redaktion

Das Interessanteste ist der Name: Insula. Der Po floss hier in zwei Armen und bildete eine Insel, und die Pfarrkirche wurde darauf gesetzt, weil die Stelle zu verteidigen und von den Römern bereits ummauert war. Heute liegt der Fluss anderswo, die Arme sind fort, und die Kirche steht zwischen den Feldern mit ein paar Pappeln ringsum: Man muss sie im Wissen betrachten, dass die Landschaft, die ihr Sinn gab, nicht mehr existiert. Kommen Sie im Nachmittagslicht, wenn die Sonne die Ziegelflanke trifft, und treten Sie ein, falls offen: Die Fresken im Chor sind der Grund der Fahrt.

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