Von der Kirche der Bruderschaft San Giuseppe ist nur der Glockenturm original, wohl vom Beginn des sechzehnten Jahrhunderts. Alles Übrige ist jünger: Die Erweiterung begann 1693 dank einer Schenkung von Angelica Margherita Sala und wurde 1708 abgeschlossen.
Sehenswertes
Die Anlage orientiert sich am Spätbarock, und das Innere hat eine Besonderheit: zwei Seitengänge, die wie Emporen wirken. Hinter dem Altar hängen die wertvollsten Bilder, darunter eine Geburt Christi des Moncalvo, also von Guglielmo Caccia; ihm werden auch Fresken vom Anfang des siebzehnten Jahrhunderts zugeschrieben, andere stammen von Carlo Martini, der 1938 hier arbeitete. Der Hochaltar ist von 1770, und mit ihm lohnt das hölzerne Chorgestühl einen Blick.
Der Besuch
Das Portal stammt aus dem achtzehnten Jahrhundert und wurde am Ende des neunzehnten restauriert: Es ist das erste Stück, dem man begegnet, und erzählt bereits die Schichtung des Baus, in dem das sechzehnte Jahrhundert des Glockenturms, das siebzehnte der Bilder und das achtzehnte des Altars nebeneinanderstehen.
Tipp der Redaktion
Die am wenigsten sichtbare Geschichte ist die der Bruderschaften. Erst 1607, nach mehreren Visitationen des Bischofs von Vercelli, entstand hier die Compagnia della Santissima Trinità und danach jene der Misericordia, die eine genaue Aufgabe hatte: zum Tode Verurteilte zu begleiten. Es ist die Art von Detail, die erklärt, wozu eine Bruderschaft wirklich da war, jenseits der Altäre.
