⛪ Kirchen und Heiligtümer

Chiesa di Santa Maria di Campogrosso

📍 Altavilla Milicia, Sizilien · 55/100

Unter dieser sizilianischen Ruine fand man 2016 an die dreißig Bestattungen nach nordeuropäischer Art. Das ist weniger seltsam, als es klingt: Wer diese Kirche baute, waren Normannen, also Nachfahren von Männern aus dem Norden, die erst wenige Generationen zuvor nach Sizilien gekommen waren, und in der Erde neben ihrer Kirche bestatteten sie so, wie man daheim bestattete. Die Untersuchungen laufen noch.

Sehenswertes

Im Ort nennt man sie die Chiesazza wegen des Zustands, in dem sie ist. Erbaut wurde sie wahrscheinlich 1068, nach dem Sieg der Normannen über die Araber bei Misilmeri, und sie bleibt einer der ersten Bauten normannischen Stils auf der Insel. Sie hat ein einziges Schiff mit drei Apsiden und einer Krypta, und daneben standen höchstwahrscheinlich die Reste eines Klosters basilianischer, also griechischer Mönche.

Sie steht auf einer Anhöhe knapp über dem Tyrrhenischen Meer, in strategischer Lage. Im Jahr 1134 verlieh König Roger der Zweite dem Kloster unbebautes Land bei Misilmeri zur Bestellung und als Weide sowie das Recht, im damals Bacharìa genannten Wald Holz zu schlagen, also im künftigen Bagheria. Ende des neunzehnten Jahrhunderts sicherte die Denkmalbehörde die Ruinen.

Der Besuch

Die Reste liegen im offenen Land im Gebiet von Altavilla Milicia, eine halbe Stunde von Palermo; man erreicht sie über Schotterweg und Pfad, ohne Karte und ohne Zeiten. Eine halbe Stunde.

Tipp der Redaktion

Zählen Sie die Apsiden: Es sind drei, an einer einschiffigen Kirche. Das ist ein griechisches Schema, kein lateinisches, und es sagt Ihnen, wer drinnen betete, während die Normannen das Geld gaben. In einem so kleinen Bau leben drei Welten zusammen: die Herrschenden, die Zelebrierenden und jene, die kurz zuvor vertrieben worden waren.

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