Der Palazzo Villarosa, auch Villa Villarosa genannt, ist eine Villa in Bagheria, die nach dem Willen von Placido Notarbartolo, Herzog von Villarosa, entworfen und gebaut wurde. Die Arbeiten begannen um 1763 nach einem Entwurf, der Giuseppe Venanzio Marvuglia zugeschrieben wird, einem der Hauptvertreter der sizilianischen Architektur des 18. Jahrhunderts.
Sehenswertes
Das Gebäude hat einen rechteckigen zweigeschossigen Baukörper mit Untergeschoss, Hochparterre und Hauptgeschoss und gilt als die einzige Villa in Bagheria im neoklassizistischen Stil: Es zeichnet sich durch die Schlichtheit der Linien und das Gleichgewicht der Proportionen aus, im Gegensatz zu den spätbarocken Villen ringsum. Die Hauptfront, die nach Bagheria blickt, prägt ein Säulenportikus mit acht korinthischen Säulen. Im Inneren ist ein großer zentraler Saal der Mittelpunkt des Erdgeschosses, mit Seitenräumen, die auf ihn zulaufen; im Obergeschoss öffnet sich eine Reihe von Räumen auf eine Galerie über dem Saal, und die Repräsentationsräume sind durch Treppen und Loggien verbunden.
Die Villa liegt am Fuß des Monte Giancaldo und war Teil eines weiten landwirtschaftlichen Anwesens von mehr als sechs Hektar. Die Gärten mit jahrhundertealten Bäumen und Panoramablicken auf den Golf von Palermo runden das Ganze ab. Im Lauf der Zeit änderte das Gebäude seine Nutzung: 1911 wurde es an ein Kolleg von Jesuitenpatres vermietet, die die ursprüngliche Anlage veränderten, und eine Zeit lang lebte dort der sizilianische Maler Nino Garajo. Heute ist es in Privatbesitz, der auf die Familie Aiello aus Messina zurückgeht, die es seit mehreren Generationen besitzt.
Der Besuch
Die Quellen geben an, dass die Villa heute für Empfänge, Feiern und Veranstaltungen genutzt wird: Eine regelmäßige Öffnung für das Publikum ist daher nicht erkennbar. Besuchsmöglichkeiten und Zeiten sind zu prüfen; die Quellen nennen auch eine offizielle Website, palazzovillarosa.com.
Tipp der Redaktion
Nach den Quellen wurde die Villa, vom jungen Marvuglia betreut, unmittelbar nach neoklassizistischen Plänen gestaltet, die Jean-François de Neufforge 1760 veröffentlicht hatte.


